Wildau ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg
... in Deutschland, die aus dem Ortsteil Hoherlehme und dem Kernort Wildau besteht und vor allem durch die ansässige Technische Hochschule Wildau (FH), die denkmalgeschützte
Schwartzkopff-Siedlung, das Einkaufszentrum A10-Center Wildau und den ehemaligen VEB Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Wildau liegt nahe dem
südöstlichen Stadtrand von Berlin am Hang des Teltowplateaus. Der Ort wird östlich durch die Dahme begrenzt, die der gesamten Region ihren Namen gab und in Berlin-Köpenick in die Spree
mündet. Die Stadt besitzt zwei Kerne, die historische Dorflage Hoherlehme und das in industrieller Zeit entstandene eigentliche Wildau. Im Süden und Osten geht Wildau in die ehemalige
Kreisstadt Königs Wusterhausen und im Norden nahtlos in die Gemeinde Zeuthen über. Im Westen trennt eine waldreiche Gegend den Ort von der Gemarkung Kiekebusch in der Gemeinde Schönefeld.
Die Stadt liegt im Einflussraum des Flughafens Berlin Brandenburg. Geschichte: Die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes Hoherlehme ist im Landbuch Karls IV. aus dem Jahr 1375 zu finden.
Dort ist Hoherlehme mit dem Namen Alta Lomen aufgeführt. Das Dorf lag damals unmittelbar an der Dahme. Jedoch begann die Besiedlung des heutigen Stadtgebiets weitaus früher. So belegen
Bodenfunde, dass es hier schon in der Steinzeit (etwa 2000 - 700 v. Chr.) Siedlungen gab. Als Beispiel ist hier die Gegend südlich der Autobahnbrücke (BAB 10) bis zur Neuen Ziegelei
aufzuführen. Weitere Funde belegen die Besiedlung über die Bronzezeit bis hin zu einer slawischen Siedlung. Der Ortsname Wildau wurde am 22. November 1855 erstmals erwähnt, als das Gut
Springziegelei den Beinamen Wildau erhielt. Den Durchbruch als Industriestandort brachte 1897 die Ansiedlung des Maschinenbauunternehmens Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals
L. Schwartzkopff, welche in Wildau Lokomotiven herstellte. Mit der Ansiedlung eines zweiten Betriebes, der Maffei-Schwartzkopff-Werke GmbH, gewann der Standort zunehmend an Bedeutung. Am
27. März 2013 verlieh die Landesregierung der Gemeinde Wildau das Stadtrecht, welches sie ab 1. April offiziell führen darf.. Entscheidend geprägt wird der Ort durch die ab 1899 gebaute
„Schwartzkopff-Siedlung“, eine Arbeitersiedlung der Gründerzeit. Die unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Wohnhäuser für Arbeiter und Angestellte des Werkes sind mit
Gliederungselementen aus markanten roten Klinkersteinen erbaut. Diese wurden als „märkisch“ empfunden und passen sich dadurch gut in die Region ein. Im Gegensatz zu Berliner
Arbeiterwohnungen der gleichen Zeit besitzen alle Wohnungen eine Innentoilette und einen Hausgarten. Bis 1918 wurde diese Siedlung größtenteils fertiggestellt, sie besaß 164 Häuser und
820 Werkswohnungen. Dazu gehörten auch Versorgungseinrichtungen, eine Schule sowie ein „Casino“ genanntes Vergnügungslokal mit großem Festsaal. Bis 1926 kommen noch weitere Häuser dazu.
Insgesamt ist die Siedlung einheitlich angelegt, nach Entstehungsjahr und Lage variieren die Gebäude jedoch in Art und Ausstattung. In der heutigen Karl-Marx-Straße sind die Gebäude im
Bereich der Bahntrasse als zweizügige Häuser mit zweigeschossigem Aufbau realisiert. Die von der durch die Siedlung mittig verlaufenden Straße aus in Richtung Dahmewiesen und Dahmelauf
gelegenen Häuser wurden vorrangig zweizügig und dreigeschossig aufgebaut. Einzelne Häuser sind jedoch auch einzügig, wobei es sich hierbei hauptsächlich um End- oder Eckhäuser handelt. Im
Bereich der Friedrich-Engels-Straße zum Dahmelauf stehende Häuser sind ausnahmslos dreigeschossig und mit Balkonen versehen, während im Bereich der Karl-Marx-Straße Balkone nicht bei
allen Häusern vorhanden sind. Da die gesamte Siedlung unter Denkmalschutz steht, muss bei Sanierungsarbeiten auf die Erhaltung oder Wiederherstellung stilistischer Merkmale geachtet
werden. Insbesondere wurden die Sprossenfenster mit ihrem vierflügligen Ausbau wiederhergestellt, welche zuvor teilweise durch Dreh-/Kipp-Fenster ersetzt worden waren. Die Sanierungs- und
Modernisierungsmaßnahmen in der Siedlung wurden im Januar 2012 durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Rahmen der Verleihung des Deutschen Bauherrenpreises mit dem Sonderpreis
„Denkmalschutz im Wohnungsbau“ prämiert. Zierelemente sind nur bei einzelnen Häusern verwendet worden. So sind im Bereich der Karl-Marx-Straße einzelne, zur Straße gewandte Fronten mit
Ornamenten aus rotem Backstein versehen, und teilweise wurden kleine Zinkzinnen auf den Giebeln und Firsten aufgestellt. Trotz der deutlichen Variationen wird die Siedlung als harmonisch
und stilistisch geschlossen empfunden. In der gleichen Bauphase wurden auch Villen für die Fabrikdirektoren gebaut, die sich ringsum auf dem ehemaligen Gutsgelände Springziegelei in der
heutigen Eichstraße befinden. Die Eichstraße war „Privatstraße“ und durfte von den Arbeitern des Werkes nicht benutzt werden. Die Siedlung wurde im Zweiten Weltkrieg trotz der
Bombardierung des nahegelegenen Lokomotivwerkes mit seiner Rüstungsgüterproduktion nicht stark zerstört. Die Fabrikantenvillen in der Eichstraße wurden nach 1945 als Kindergarten und
Schulhort verwendet und werden heute durch eine Privatschule und einen Jugendklub genutzt. Das ehemalige Casino wurde nach 1945 zum Kulturhaus der Schwermaschinenbauer und ist heute unter
dem Namen Volkshaus das Rathaus der Stadt. Industriegeschichte: Diese „Kriegslok“ der Baureihe 52 erinnert heute auf dem ehemaligen Werksgelände an den Wildauer Lokomotivbau: Der
Maschinenbaustandort Wildau wurde durch die Eröffnung des Lokomotivwerks der Berliner Maschinenbau AG (BMAG) 1900 begründet. Die BMAG erwarb dazu ein großes, unmittelbar westlich der
Bahnlinie gelegenes Grundstück, das für die Lastenschifffahrt durch einen Stichkanal an die Dahme angebunden wurde. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion teilweise auf
Rüstungsgüter umgestellt und Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager eingerichtet. Im nördlichen Werksteil produzierten ab 1907 die Maffei-Schwartzkopff-Werke, ab 1936 die AEG. Hier
wurden unter anderem Flugzeugteile hergestellt. 1949 wurden beide Werksteile zu einem Volkseigenen Betrieb vereinigt. Die Produktion wurde von Lokomotiven auf den Schwermaschinenbau
umgestellt. Ab 1952 hieß das Werk Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ (SHR), ab 1969 war es Teil des Schwermaschinenbaukombinats „Ernst Thälmann“ (SKET). Nach 1990 wurden die meisten
Anlagen durch die Treuhandanstalt stillgelegt. Das Gelände des Industriestandorts wird heute durch die Technische Hochschule Wildau (FH) sowie einige kleinere Nachfolgefirmen des
Schwermaschinenwerks (unter anderem die Wildauer Kurbelwellen GmbH) genutzt. Verkehr: Wildau liegt am südlichen Berliner Autobahnring, der A 10 (Anschlussstelle Nr. 10 Königs
Wusterhausen), und an der Bundesstraße 179. Die Hauptstraße des Ortes, die Karl-Marx-Straße, ist Teil der brandenburgischen Landesstraße 401. Die Durchgangsstraße in Hoherlehme
(Chausseestraße, Dorfaue, Miersdorfer Straße) ist eine Kreisstraße. Die Bahnstrecke Berlin–Görlitz führt durch die Stadt, an dieser wurde im Jahr 1900 der Bahnhof Wildau eröffnet. Seit
1951 ist sie eine Station im Netz der S-Bahn Berlin, die vorletzte Station der Linie S46 von Berlin-Westend über den Südring und Berlin-Schöneweide nach Königs Wusterhausen. Bis September
2013 werden der Bahnsteig und die Fußgängerunterführung grundhaft erneuert, ein Aufzug eingebaut sowie ein zweites Bahnsteiggleis errichtet.[10] Der Bahnübergang Bergstraße wurde 2008
durch einen Tunnel ersetzt, was die Wartezeiten an der stark befahrenen Bahnstrecke überflüssig machte. Im Zuge der Freiheitstraße befindet sich eine zweite (schienengleiche) Querung der
Bahnstrecke. Die vier Buslinien in Wildau werden von der RVS betrieben. Sie verbinden Wildau mit Königs Wusterhausen, Zeuthen, Flughafen Berlin Brandenburg, Schulzendorf und Eichwalde und
erschließen vor allem die weit westlich der S-Bahnhöfe gelegenen Wohngebiete sowie das Einkaufszentrum A10-Center. Ein Teil des Binnenhafens Königs Wusterhausen liegt auf Wildauer
Stadtgebiet. Das Werksgelände des ehemaligen Schwermaschinenbaubetriebes, welcher nach der Wende durch die Treuhand abgewickelt wurde, beherbergt eine Vielzahl von renommierten
Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie, des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Hochtechnologie. Auch hat sich dort die Technische Hochschule Wildau (FH) in mehreren Gebäuden und
Hallen niedergelassen. Im Bereich der Metallverarbeitung sind neben der Gröditzer Kurbelwellen GmbH und der Wildauer Schmiedewerke GmbH, (beide Tochterunternehmen der Georgsmarienhütte
Holding GmbH) auch die SMB Schwermechanik GmbH & Co. KG aus der HNP Unternehmensgruppe zu finden sowie in der Nachbarschaft die kochmesser.de GmbH & Co KG, auf deren Firmengelände
Segmente der Berliner Mauer ausgestellt sind. Aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau haben sich die Unternehmen SMB Sondermaschinenbau GmbH & Co. KG, SMB Rohrleitungsbau GmbH &
Co. KG sowie die Unternehmen airkom Druckluft GmbH und airplan Anlagenbau GmbH angesiedelt. Im Sektor Hochtechnologie sind vor allem das Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit der AneCom
AeroTest GmbH, die Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien und Composite PYCO, die DELCON Deutsche Luftfahrt Consult GmbH, die ETN Aerospace Production GmbH und eine Niederlassung
von TRAINICO zu nennen. Das A10 Center an der Autobahnausfahrt Königs Wusterhausen der A10 ist ein großes Einkaufszentrum mit Multiplex-Kino, das eine Verkaufsfläche von 66.000 m² auf
einer Ebene hat. Es gehört zu den größten Einzelhandelsstandorten im Berliner Raum. Der Wirtschaftsstandort Wildau ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch
werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.
Dieser Text basiert auf dem freien Enzyklopädie Wikipedia-Artikel über diesen Ort. Wildau