Teltow ist eine Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg
Erstmals wurde der Ort in einer Urkunde von Markgraf Otto III. im Jahr 1265 erwähnt und 1375 im Landbuch Karls IV. aufgeführt. Die Stadtkirche St. Andreas in der Altstadt, deren Ursprünge
in das 12. Jahrhundert zurückreichen, ist das Wahrzeichen der Stadt. Mit dem Ersatz der Bäke durch den 1906 eröffneten Teltowkanal entwickelte sich die kleine Ackerbürgerstadt zum
Wirtschaftsstandort. Zu Zeiten der DDR war Teltow ein Zentrum der elektronischen Industrie. Die Stadt bezeichnet sich selbst als Rübchenstadt nach den Teltower Rübchen, einer
Speiserübenart, die seit über 300 Jahren um Teltow angebaut wird. Seit der Wiedervereinigung 1990 nimmt Teltow am Wachstum des Berliner Umlands teil und hat sich zum beliebten Wohn- und
Wirtschaftsstandort vor den Toren der Hauptstadt entwickelt. Die Altstadt wurde 1994 zum Sanierungsgebiet erklärt und steht seit 1997 komplett unter Denkmalschutz. Bis zum Jahr 2011
sollte die Stadterneuerung im Wesentlichen abgeschlossen sein. Teltow wird im Norden vom Teltowkanal begrenzt, nur an der Brücke zu Kleinmachnow ragt das Stadtgebiet ein kleines Stück
über den Teltowkanal nach Norden hinaus. Im Norden liegt der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, im Osten und Süden Großbeeren, im Westen Stahnsdorf und im Nordwesten Kleinmachnow. Die
Entfernung von Teltow zur Potsdamer Innenstadt beträgt zirka 17 Kilometer, die zu Berlin-Mitte zirka 20 Kilometer. Teltow liegt auf der gleichnamigen Grundmoränenhochfläche Teltow, die
den südwestlichen Teil Berlins und den angrenzenden Teil Brandenburgs einnimmt. Die Grundmoräne entstand in der jüngsten, der Weichsel-Eiszeit vor zirka 21.000 Jahren. Im Bäketal formten
die Wasserströme ein besonders bewegtes Relief mit kleinräumigen Hügelketten aus Geschiebemergel und Schmelzwasserrinnen, die heute mit Pfuhlen und Tümpeln durchsetzt sind. Diese aus
geologischer Sicht verhältnismäßig lockere Ablagerung erleichterte den Bau des Teltowkanals erheblich. Der Buschgraben ist eine schmale eiszeitliche Schmelzwasserrinne am südwestlichen
Rand von Berlin. Der südliche Teil verläuft in nord-südlicher Richtung zwischen Berlin-Zehlendorf und Kleinmachnow und mündet nordwestlich von Teltow in den Teltowkanal. In Teltow gibt es
mit dem Röthepfuhl und dem Grimmspfuhl zwei Kleingewässer, die aus Toteislöchern entstanden sind. Fünf Tage nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 wurde die
Grenzübergangsstelle Philipp-Müller-Allee (heute Lichterfelder Allee) nach Lichterfelde geöffnet. Der Westen hatte diesen Übergang für den Fahrzeugverkehr geschlossen, nachdem das
Ministerium für Staatssicherheit 1952 den Juristen Walter Linse über diesen Grenzübergang über Teltow nach Ostberlin und später nach Moskau verschleppt hatte, wo er im Dezember 1953
hingerichtet wurde. Am 23. Juni 1990 wurde rund 29 Jahre nach dem Mauerbau die wiederaufgebaute Knesebeckbrücke nach Schönow geöffnet. Die Stadtverwaltung kam 1993 zu dem Ergebnis, dass
die Altstadt ihre Funktion als einstiges Stadtzentrum verloren hatte und aus eigener Kraft nicht in der Lage war, wieder ein baulich intakter und funktionsfähiger Stadtteil zu werden.
Daher wurde die Altstadt 1994 zum Sanierungsgebiet erklärt. Seit Juni 1997 steht die komplette Altstadt unter Denkmalschutz. Die Stadterneuerung soll im Wesentlichen bis zum Jahr 2011
abgeschlossen sein. Der zuletzt im Jahr 2004 fortgeschriebene Rahmenplan enthält nähere Erläuterungen zum Stand der Sanierung und ausführliche Informationen zu den Entwicklungs- und
Handlungskonzepten. In der Altstadt wurden von 1992 bis einschließlich 2007 etwa elf Millionen Euro aus dem Bund/Länder-Programm Städtebauförderung investiert. Bis 2011 sollen weitere
fünf bis sechs Millionen Euro eingesetzt werden. Knapp die Hälfte der Mittel ist in die Erneuerung von Gebäuden geflossen, etwa ein Viertel wurde für die Erneuerung und Umgestaltung von
Straßen, Wegen und Plätzen aufgewendet. Das erste rekonstruierte Objekt war 1994 das Älteste Haus aus dem Jahre 1711 im Hohen Steinweg 13, das heute das Heimatmuseum beherbergt. Es
folgten unter anderen das neue Bürgerhaus und das historische Rathaus im Jahre 2005, das neue Rathaus mit Bürgerzentrum 2007 und die Außensanierung der St. Andreaskirche 2008. Ruhlsdorf
wurde 1994 ein Ortsteil von Teltow. Die Bürger hatten sich in einem Bürgerentscheid mit 61,3 Prozent für die Eingemeindung nach Teltow entschieden. Nach 1990 wurde das Prinzip Rückgabe
vor Entschädigung der damaligen Bundesregierung angewandt. Wohnungen und Grundstücke standen in der DDR unter staatlicher Zwangsverwaltung, was der Regelfall bei sogenannten
Westgrundstücken war. Die Auseinandersetzungen zwischen den Eigentümern, die die Rechte an ihren Grundstücken und Häusern zurückerhielten, und den Mietern machten im Fall Sabersky viele
Schlagzeilen: Über die Eigentumsverhältnisse von rund 1000 Grundstücken nördlich der Lichterfelder Allee in Teltow-Seehof wird seit 1990 ein Rechtsstreit geführt, einer der größten
vermögensrechtlichen Rückübertragungsfälle in Deutschland. 1870/71 hatte der jüdische Kaufmann Max Sabersky und sein Bruder das 84 Hektar große Gut Seehof erworben. Nach der
Machtergreifung der Nationalsozialisten verkauften sie zwischen 1933 und 1939 den Grundbesitz. Im Kern wird darüber gestritten, ob die Saberskys die Grundstücke zwangsweise verkaufen
mussten, weil sie Juden waren, oder ob sie dies freiwillig als Kaufleute taten. Dies führte zu mehreren Gerichtsverfahren bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Viele der heutigen
Grundstückseigentümer haben sich mit der Erbengemeinschaft individuell geeinigt. Einzelne Grundstücke wurden an die Sabersky-Erben zurückgegeben. Über vier Hektar Grün- und Waldfläche im
Besitz der Stadt Teltow wird weiter gestritten. Seit der Wiedervereinigung lag die Arbeitslosenquote bis auf das Jahr 2003 unter zehn Prozent. Mit 892 Arbeitslosen im Jahr 2007 ist die
Arbeitslosenquote von zirka 6,5 Prozent weit unter dem Durchschnitt des Landkreises Potsdam-Mittelmark von 9,6 Prozent sowie Brandenburgs von 14,9 Prozent. Das durchschnittliche
verfügbare Nettoeinkommen pro Einwohner in Teltow betrug im Jahr 2006 17.021 Euro. Die Kaufkraft lag damit drei Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 17.631 Euro. Das
Haushaltsvolumen der Stadt beläuft sich 2009 auf rund 27,6 Millionen Euro, von denen zirka 75 Prozent auf den Verwaltungshaushalt entfallen. Vom Verwaltungshaushalt müssen 41 Prozent als
Umlage an den Landkreis abgeführt werden. Der Vermögenshaushalt, der Investitionen von 2,3 Millionen Euro beinhaltet, sieht mit 40 Prozent die größten Ausgaben im Straßenbau vor. 33
Prozent sollen im schulischen Bereich und 14 Prozent für Gesundheit, Sport, Erholung ausgegeben werden. Der Etat 2009 sieht wie 2008 einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung
vor. Die Verschuldung kann kontinuierlich weiter gesenkt werden. Zur Zeiten der DDR war Teltow mit dem GRW Geräte- und Reglerwerk und anderen Industrien ein landesweit bedeutender
Standort der Mikroelektronik. Diese Entwicklung brach mit der Wiedervereinigung ab. Das einstige GRW-Gelände, am Teltowkanal gegenüber der Zehlendorfer Teltow-Werft gelegen, wurde 1990 in
das Techno Terrain Teltow (TTT) umgewandelt. Mit der Lage im TTT wurde Anfang 1991 das Technologiezentrum Teltow (TZT) als erstes Innovations- und Gründerzentrum des Landes Brandenburg
eröffnet. Als Starthelfer und Dienstleister für Unternehmensgründungen will das Zentrum innovative und marktfähige Ideen vor allem im Bereich von Technik und Technologie unterstützen.
Sechsmal seit 1992 haben Unternehmen des TZT und des TTT den Innovationspreis Berlin-Brandenburg erhalten. Auf dem Techno Terrain Teltow haben sich innovative, auf Zukunftsbranchen
orientierte Unternehmen angesiedelt. Im mit über 600.000 Quadratmeter Grundfläche größten innerstädtischen Büro- und Gewerbepark des Landes Brandenburg arbeiten zirka 200 Betriebe mit
etwa 7.000 Beschäftigten. Nach Jahren niedriger Ansiedlungserfolge bauten mehrere Autohäuser nach der Idee einer „Automeile“ neu im Gewerbepark. Die geplante Ansiedlung eines großen
Verbrauchermarktes und die Veränderung der Verkehrsführung sorgte im benachbarten Kleinmachnow und Stahnsdorf für kontroverse Diskussionen. 2002 gründete der britische Versicherer Direct
Line seine deutsche Tochterfirma in Teltow. Der auf Kfz-Versicherung fokussierte Direktversicherer beschäftigt 350 Mitarbeiter. Auch die AOK für das Land Brandenburg hat sich nach der
Wende in der Teltower Potsdamer Straße niedergelassen.
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