Altlandsberg ist eine Stadt im Land Brandenburg, Landkreis Märkisch-Oderland
Die Stadt liegt östlich von Berlin im so genannten „engeren Verflechtungsraum“ der Bundeshauptstadt. Die Stadt Altlandsberg gliedert sich in sechs Ortsteile mit jeweils eigenen
Ortsbeiräten und Ortsbürgermeistern: Altlandsberg, Bruchmühle, Buchholz, Gielsdorf, Wegendorf, Wesendahl Im Mittelalter gehörte ein Gut auf der Feldmark Wesendahls zum Besitz des
Zisterzienserinnen-Klosters Friedland. Daneben gibt es noch mehrere Gemeindeteile ohne lokale Selbstverwaltung: Eichenbrandt, Neuhönow, (Altlandsberg -) Nord, Paulshof, Radebrück, Seeberg
(oft in Seeberg-Dorf und Seeberg-Siedlung unterschieden), Wilkendorf, Wolfshagen. Ursprung Altlandsbergs war ein erst slawischer, dann deutscher Burgflecken namens Jabel, der von Wasser
und Sumpf umgeben und dadurch natürlich geschützt war. Er lag an einem Handelsweg von der Spree zur unteren Oder. Daran erinnern noch heute die „Jabelwiesen“ westlich des Altlandsberger
Fließes. Altlandsberg wurde im Jahr 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name der Stadt könnte vom wettinischen Landsberg bei Halle übertragen worden sein. Anfang des 13. Jahrhunderts
entstand eine deutsche (vielleicht wettinische) Burg mit Suburbium um die heutige Stadtkirche. Sehr wahrscheinlich gehörte Altlandsberg zu der wettinischen Herrschaft, die der Markgraf
von Meißen Heinrich der Erlauchte um Hönow im Zuge des deutschen Landesausbaus nach Osten gegen die Interessen der askanischen Markgrafen Brandenburgs aufbauen wollte. Im Teltow-Krieg
zwischen 1239 und 1245 entschieden die gemeinsam regierenden Askanier Johann I. und Otto III. die Auseinandersetzungen für sich. Seit 1245 gehören der gesamte Barnim (wie auch der Teltow)
und damit auch Altlandsberg dauerhaft zu der Mark Brandenburg beziehungsweise Brandenburg. Südlich der Burg errichteten die Askanier noch vor 1257 eine regelmäßige Stadtanlage. Im 14.
Jahrhundert wurde die Stadtanlage mit einer Stadtmauer befestigt. 1335 stiftete der Wittelsbacher Markgraf Ludwig ein Kloster für den Bettelorden der Serviten, die einzige Klosterstiftung
für diesen Orden in der Mark. Das Kloster wurde mit der Reformation 1540 aufgelöst. 1409 gelangte die Stadt in den Besitz der Ritter von Krummensee. 1421 gewährte Kurfürst Friedrich von
Brandenburg den Bürgern das Recht, Jahrmärkte abhalten zu dürfen. 1432 überfielen Hussiten die Stadt und brannten sie nieder. 1537 vernichtete ein großer Stadtbrand auch das Rathaus mit
allen Urkunden. 1550, 1566 und 1598 wüteten Pestepidemien in der Stadt. 1632 brannte Altlandsberg im Zuge des Dreißigjährigen Krieges nieder und blieb verwüstet. 1654 erwarb der
kurfürstliche Minister Graf Otto von Schwerin das Schloss und die abgebrannte Stadt. Er ließ sie neu aufbauen und um 1670 das Barockschloss und die zugehörige Saalkirche errichten. Hier
verbrachte der preußische König Friedrich I. seine Jugend. Als reformierter Gutsherr siedelte Otto von Schwerin 1670 hier die ersten Refugiés (Hugenotten) Brandenburgs an, die jedoch
schon 1672 nach Berlin in die dortige, 1661 privilegierte Französische Kolonie umzogen. 1684 vernichtete ein neuerlicher Stadtbrand 90 Prozent der Stadt. 1708 kaufte König Friedrich I.
die Herrschaft Altlandsberg, wandelte sie in ein königliches Amt um und baute das Schloss als Nebenresidenz aus. Nach dem Tode von Friedrich I. legte sein Sohn Friedrich Wilhelm I. 1713
die Residenz still und entleerte das Haus von seiner Ausstattung. 1757 brannte das Schloss ab. Die Trümmer wurden abgerissen, nur die Saalkirche wurde wieder aufgebaut. 1854 wütete der
letzte Großbrand in der Stadt. Jahrhundertelang war das Wirtschaftsleben der Stadt durch Land- und Forstwirtschaft sowie das Handwerk geprägt. In den vor etwa 400 Jahren gegründeten
Zünften waren die Tuchmacher, Schuhmacher/Lohgerber, Bäcker, Schlächter/Knochenhauer und die Stellmacher/Böttcher die bedeutendsten Gewerke. Erst mit dem Ausbau der Chaussee Berlin -
Strausberg - Prötzel im Jahr 1850 und dem Anschluss an die Altlandsberger Kleinbahn im Jahr 1898 erlebte die Stadt einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung. Am 21. April 1945 erreichten
von Strausberg kommende Spitzenverbände der Roten Armee unter Nikolai Erastowitsch Bersarin über Altlandsberg, das hinter dem äußeren Sperrring um die Reichshauptstadt Berlin lag, die
Berliner Stadtgrenze. Von Kriegszerstörungen blieb Altlandsberg weitgehend verschont. Altlandsberg beging im September 2005 sein 775-jähriges Bestehen. Am 31. Dezember 1997 wurde
Wegendorf nach Altlandsberg eingemeindet. Am 31. Dezember 2002 wurden im Zuge einer weiteren Gebietsreform im Land Brandenburg die amtszugehörigen Gemeinden Buchholz, Bruchmühle,
Gielsdorf und Wesendahl als Ortsteile nach Altlandsberg eingemeindet Altlandsberg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Der
von Wall und Graben sowie einer weitgehend erhaltenen Feldstein-Stadtmauer von 1,3 Kilometer Länge mit Berliner Turm und Strausberger Turm (Storchenturm) aus dem 14./15. Jahrhundert
umgebene Stadtkern ist von Bebauung überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt, darunter vielen ehemaligen Ackerbürgerhäusern, die nach 1990 umfassend restauriert wurden. Die
Stadtkirche wurde aus Feldsteinen als dreischiffige Basilika im spätromanischen Stil im 13. Jahrhundert errichtet, um 1500 spätgotisch umgebaut und im 19. Jahrhundert verändert. Die
ehemalige Schlosskirche wurde aus den Trümmern des 1757 abgebrannten Schlosses im barocken Stil erbaut. Nach Aufgabe der kirchlichen Nutzung ist in ihr eine Kunstglaserei untergebracht.
Vom Schloss selber sind nur noch gesicherte Reste der Grundmauern und des Kellers vorhanden. Das Rathaus wurde von 1910 bis 1912 als Amtsgericht erbaut und wird seit 1956 für die
Stadtverwaltung genutzt. Das um 1880 im historistischen Stil erbaute Gutshaus dient nach seiner Restaurierung als soziokulturelles Zentrum. Außerhalb der Altstadt liegt das
Scheunenviertel, ein Ensemble von in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Backsteinscheunen. Sehenswert sind die historischen Dorfkirchen in den Ortsteilen Buchholz, Gielsdorf,
Seeberg, Wegendorf, Wesendahl und Wilkendorf.
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