Rangsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming
... im Land Brandenburg. Der Ort liegt auf dem Plateau des Teltow am Rangsdorfer See. Nachbargemeinden bzw. -städte sind: Blankenfelde-Mahlow im Norden, Mittenwalde im Osten und Zossen im
Süden. Die Gemeinde gliedert sich wie folgt: Rangsdorf, Groß Machnow mit den Wohnplätzen Pramsdorf, Theresenhof und Fenne, Klein Kienitz. Die Geschichte der heutigen Gemeinde ist bis in
das 20. Jahrhundert hinein die Geschichte der einzelnen Dörfer und Wohnplätze, die heute zur (Groß-)Gemeinde Rangsdorf gehören. Der Aufstieg Rangsdorfs zur Großgemeinde begann Ende der
1920er Jahre mit dem Verkauf und der Parzellierung von Gutsgelände im Bereich des Bahnhofs sowie 1939 mit der Eingliederung der Siedlung Groß Machnow (oder Neumachnow), die bis dahin zur
damaligen Gemeinde Groß Machnow gehörte. 1974 wurde Klein Kienitz eingemeindet und 2003 folgte die Eingemeindung von Groß Machnow. Im Jahre 1536 erscheint die Familie Reich von Berlin als
Besitzer des Dorfes in den Urkunden. 1544 bewirtschaften sechs Bauern je drei Hufen (darunter der Schulze und der Krüger), vier Bauern je zwei Hufen. Acht Kossäten hatten Häuser mit
Gärten. Einige Bauern und Kossäten bewirtschafteten „Neuland“, vermutlich trockengefallene oder trockengelegte Randbereiche des Rangsdorfer Sees sowie Kohlgärten. Bis 1581 war ein
Zweihüfnergut von der Grundherrschaft eingezogen worden und bildete den Grundstock für das spätere Rittergut. Es wird erstmals seit 1375 wieder eine Mühle genannt. Die Familie Reiche
verkaufte 1571 zunächst eine Hälfte des Dorfes mit allen Rechten an den Kammerrat Dr. Johann Köppen. 1586 kaufte dieser auch die andere Hälfte von Henning Reiche. Bis 1598 war ein
weiteres Dreihüfnergut eingezogen worden, bis 1612 kam noch ein Dreihüfnerhof hinzu, so dass das Rittergut acht „freigewilligte“ Hufen hatte, d.h. diese Hufen waren von den Pacht-, Zins-
und Bedeabgaben befreit. Dafür hatte der Rittergutsbesitzer Vasallendienste für den Markgrafen zu leisten. 1598 ist erstmals von einer Windmühle im Dorf die Rede. 1608 gab es sieben
Bauerngüter, vier Bauerngüter hatte je drei Hufen unter dem Pflug, drei Bauern bewirtschafteten je zwei Hufen. Im Dorf gab es den Krug und eine Windmühle. Ansässig waren außerdem neun
Kossäten und ein Küster, d. h. es gab sicher eine Kirche. 1652 besaß ein Oberst von Pfuhl Rangsdorf. Vom Dreißigjährigen Krieg war Rangsdorf erheblich betroffen. 1652 lebten nur noch der
Schulze, drei Bauern und sieben Kossäten (jeweils mit ihren Familien) im Dorf. Die wüst gefallenen Bauern- und Kossätenstellen wurden aber wieder besetzt. 1664 kam Rangsdorf in den Besitz
der Familie von Hake. Der letzte von Hake starb unverheiratet, und von diesem ging der Ort 1738 an die Familie von Otterstedt. 1785 erwarb Erasmus Dietrich von Redern Dorf und Rittergut;
aus dessen Nachlass kam es in den Besitz von Georg Dietrich von der Groeben. Dessen Witwe verkaufte es 1801 dem Etatminister Heinrich Ludwig von Buchholz. Es folgten dann in rascher Folge
neue Besitzer: 1804 Wolf Friedrich Ludwig von Quast, 1807 Eberhardt August Freiherr von Medem, darauf Graf von Hake, Amtmann Bohnstedt und 1818 Oberamtmann Körner. 1855 wurde der Besitz
verkauft und kam 1876 nach mehrmaligem Besitzerwechsel an Ferdinand Spiekermann. Dieser starb jedoch schon 1880; es folgte ihm sein Sohn Richard Spiekermann. Zu diesem Zeitpunkt hatte die
Gemeinde 150 Einwohner und der Gutsbezirk 91 Einwohner. Richard Spiekermann war Amtsvorsteher des Amtes Groß Machnow und Patron der Dorfkirche. Diese ließ er 1888 bis 1890 umbauen. 1921
starb Richard Spiekermann. Anscheinend war das Gut hoch verschuldet, denn der gleichnamige Sohn Richard Spiekermann jun. schlug das Erbe aus. Eigentümerin wurde die Witwe von Richard
Spiekermann sen., Emilie Spiekermann. Sie versuchte, durch den Verkauf von Teilflächen das Gut zu sanieren. Letztendlich kam es 1927 zum Verkauf des Gutes um 1.150.000 RM an den Kreis
Teltow. Das Gut umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 710 ha. Der Kreis Teltow verkaufte 1928 den bisher gesperrten Rangsdorfer See und ein größeres Waldgebiet nördlich des Ortskerns bis zur
Krummen Lanke an die Gemeinde (insgesamt 389 ha). Das Restgut mit Gutshof und Ländereien südlich des Dorfes wurden ebenfalls 1928 an einen Privatmann verkauft. Ein kleinerer Teil Wald und
die Krumme Lanke verblieben beim Kreis Teltow. Direkt nach die Verkauf begann die Gemeinde Rangsdorf, den Rangsdorfer See zum Seebad auszubauen. Land nördlich der Seebadallee wurde
parzelliert und verkauft. 1930 verkaufte auch der Besitzer des Restgutes Land südlich des Dorfkerns; die Siedlung „Klein Venedig“ entstand. 1935 wurden 145 ha des Restgutes gegen
Entschädigung enteignet und auf dem Gelände der Reichssportflughafen und die Bücker Flugzeugwerke errichtet. 1946 wurden die verbliebenen 35 ha des Restgutes enteignet und z. T. an
Neubauern verteilt. Der Gutshof verblieb zunächst im Bodenfonds der Gemeinde Rangsdorf. Im Gutshof war die Kommandantur der sowjetischen Streitkräfte untergebracht. Später wohnten einige
Familien im Gutshof. Ab 1946 nutzte die Landwirtschaftliche Genossenschaft Rangsdorf das Gutshaus, später auch die LPG Seeperle und der VEB Getreidewirtschaft. Mit der Wende kam das
Gutshaus in den Besitz des Bundes, 1992 wurde es mit einer Sanierungsverpflichtung verkauft. Die Sanierung unterblieb, und das Gebäude verfiel zusehends. 2005 ließ der
Arbeiter-Samariter-Bund Königs Wusterhausen das Gebäude abreißen und ab 2006 ein zweigeschossiges Altenpflegeheim errichten. In die Fassadengestaltung wurden Elemente des alten Gutshauses
aufgenommen. Der Bahnhof Rangsdorf ist Halt für Regionalzüge an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Die Bahntrasse verläuft nahezu mittig durch die Gemeinde und teilt diese in zwei Hälften.
Einzige Querungsmöglichkeit für den Straßenverkehr ist ein beschrankter Bahnübergang südlich des Bahnhofs, dieser stellt in der Hauptverkehrszeit eine erhebliche Verkehrsbehinderung dar.
Im Zuge des Projekts zum Ausbau der Bahnstrecke Berlin–Dresden auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 km/h ist ein umfangreicher Umbau des Bahnhofs Rangsdorf vorgesehen, der
Bahnübergang wird dann durch eine Eisenbahnüberführung ersetzt. Das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude wurde im Zuge dieser Baumaßnahmen abgerissen. Durch das Gemeindegebiet
verlaufen die Autobahn 10 mit der Anschlussstelle Rangsdorf sowie die von der Berliner Stadtgrenze bis Rangsdorf vierspurig ausgebaute Bundesstraße 96. An der Anschlussstelle Rangsdorf
liegt die Autobahnmeisterei Rangsdorf. Eine Bürgerinitiative engagiert sich dafür, die S-Bahnlinie S2 von Blankenfelde nach Rangsdorf (4,7 km) wiederherzustellen, die bis zum Mauerbau
1961 bestand.
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