Luckenwalde in Brandenburg ist die Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming
Luckenwalde besaß große Bedeutung als Industriestadt, seit der Deutschen Wiedervereinigung entwickelt sich der Tourismus zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt und ihrer Umgebung.
Luckenwalde liegt etwa 50 Kilometer südlich von Berlin, was durch den Merkspruch Luckenwalde, Luckenkien, 50 Kilometer vor Berlin. ausgedrückt wird. Nördlich von Luckenwalde liegt
Trebbin, südlich Jüterbog, östlich Baruth/Mark und westlich Treuenbrietzen. In der Nähe des Marktturms beträgt die Höhe über dem Meeresspiegel 49 Meter, bei den Weinbergen westlich des
Zentrums sind es 77 Meter. Die Stadt Luckenwalde hat nach der Eingemeindung der Gemeinden Frankenfelde und Kolzenburg am 5. Dezember 1993 die zwei Ortsteile Frankenfelde und Kolzenburg.
Das Stadtzentrum wird durch den Marktplatz und die sich anschließende Breite Straße (umgangssprachlich Boulevard) geprägt. Die Breite Straße ist als Hauptgeschäftsstraße der Stadt
komplett als Fußgängerzone ausgewiesen. Hier finden der alljährliche Luckenwalder Weihnachtsmarkt, dessen Markenzeichen die Märchenfiguren des Grafikers Gerd Gebert und eine große Tanne
neben dem Kariedelbrunnen sind, das Turmfest und die Luckenwalder Automeile statt. In der Mitte der Breiten Straße steht der rekonstruierte Kariedelbrunnen. Die originalen Kariedelfiguren
gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die Figuren stellen zwei Kinder dar, die kariedeln gehen, d. h. Nahrungsmittel sammeln und diese auf Stöcke aufstecken. Am angrenzenden Marktplatz
befinden sich das historische Gebäude des Rathauses und daneben das Heimatmuseum. Gegenüber dem Rathaus steht die Sankt-Johannis-Kirche und nur wenige Meter daneben der Marktturm, das
Markenzeichen Luckenwaldes. Mehrmals in der Woche ist Markttag und der Platz ist von den Ständen der Händler belegt. In früheren Zeiten stand der Marktturm direkt bei der Kirche, er war
noch ein Kirchturm. Die Jüterboger jedoch waren neidisch, und wollten den Kirchturm stehlen. Deshalb luden sie ihn bei Nacht auf einen großen Wagen. Sie kamen jedoch nicht weit, nach
wenigen Metern zerbrach der Wagen, und der Turm landete wieder auf dem Boden. An dieser Stelle steht er bis heute. Die ältesten Teile des Turmes stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert.
Dabei gehörte der Burgwart Luckenwalde (castrum, nordöstlich der Johanniskirche im Niederungsgebiet, archäologische Ausgrabung 1987) zu den bedeutenderen Burgwarteinheiten des
Nieplitz-Nuthe-Gebietes. Seit 1484 dient der Turm der Pfarrkirche St. Johannis als Glockenturm. Er ist 38 m hoch. Von seiner Aussichtsplattform kann man bei klarem Wetter den 50,5 km
entfernten Berliner Fernsehturm sehen. Die Stadt liegt in einer Bucht des Baruther Urstromtals, welches hier weit nach Süden ausgreift und mit einer unscharfen Grenze bei Kloster Zinna in
den weiter südlich gelegenen Fläming übergeht. Dieser sanfte Übergang hat mit seiner Verkehrsgunst die Entstehung der Stadt sicher gefördert. Einige Kilometer südwestlich (Keilberg) und
südöstlich (Golmberg) der Stadt ist die Grenze jedoch sehr scharf ausgebildet. Durch das Stadtgebiet verläuft die Brandenburger Eisrandlage. Diese Linie markiert den weitesten Vorstoß des
skandinavischen Inlandeises während der jüngsten Eiszeit (der Weichseleiszeit) nach Süden. Die Weinberge, obwohl im Kern schon während der älteren Saaleeiszeit angelegt, sind eine
Endmoräne dieses Eisvorstoßes. Die Abdachung der Weinberge nach Westen bildet die dazugehörige Sanderfläche. Auf den Weinbergen hat man in Ton- und Sandgruben sowohl die älteren
saalezeitlichen Ablagerungen (meist toniger Geschiebemergel) als auch die jüngeren, sandigen weichselzeitlichen Sedimente abgebaut. Dennoch ist die Landschaft in und um Luckenwalde im
Wesentlichen durch das Urstromtal geprägt, sandig bis moorig und recht eben. Der Schmelzwasserabfluss im Urstromtal hat bis auf die Weinberge alle anderen Zeugnisse des Eisvorstoßes
wieder abgetragen bzw. verschüttet. Während die älteren Abflüsse im Urstromtal noch nach Westen gerichtet waren, erfolgte die jüngere Entwässerung schon nach Norden. Die Nuthe folgt heute
dieser von den Schmelzwässern des Eises vorgegebenen Richtung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Lauf der Nuthe in prähistorischer Zeit zunächst westlich der Stadt verlief und
sie damals weiter in Richtung des Pfefferfließes floss. Entsprechende Altläufe der Nuthe sind südlich und südwestlich der Stadt bis heute erhalten. Erst später nahm sie ihren Lauf östlich
der Weinberge durch das heutige Stadtgebiet ein, wobei der genaue Zeitpunkt des Umschwenkens noch nicht bestimmt wurde. Wie der Beiname Luch im Walde schon andeutet, war Luckenwalde von
großen Waldgebieten umgeben. Auch heute noch findet sich viel Wald in Luckenwaldes Umgebung. Die Laubwälder in Luckenwaldes Umgebung, auf Sanderflächen auch Kiefern, gehen direkt in eines
der größten Forstgebiete in Brandenburg über. Durch Luckenwalde fließt die Nuthe. Diese führte oft zu Hochwasser im Luckenwalder Stadtgebiet oder der Umgebung, die letzte große
Überflutung in der Stadt war 1941. Daher wurden Wehre und Kanäle angelegt und der Flusslauf begradigt. Einige Kanäle sind der Königsgraben, der Röthegraben durch den Park und der
Dämmchengraben. Im Mittelalter war die Nuthe mit Kähnen von Luckenwalde bis zur Mündung in die Havel schiffbar. Der Fluss war damals bis zu 40 Meter breit. Heute ist die Nuthe im
Luckenwalder Stadtgebiet durch die meliorativen Maßnahmen auf einen zwei Meter breiten und einen halben bis 1 Meter tiefen Fluss kanalisiert. Die Wälder und Wiesen sind Nahrungsquelle für
Schwarzwild, Rehwild und Feldhasen. Das Wahrzeichen Brandenburgs, der Rote Milan ist hier auch beheimatet. Luckenwalde liegt am Rand des Naturparks Nuthe-Nieplitz.
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