Treuenbrietzen ist eine Kleinstadt im Südwesten des Landes Brandenburg im Fläming
Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Treuenbrietzen (früher nur Britzen, dann erhielt die Stadt den Beinamen
Treuen, da die Bürger den Falschen Woldemar nicht in die Stadt ließen + vermutlich slaw. „brez-“ „Birk(en)-“ oder aber siehe unter „Geschichte“) liegt an der Nieplitz zwischen dem Fläming
im Südwesten und dem Glogau-Baruther Urstromtal im Norden. In der Stadt kreuzen sich der alte Handelsweg von Berlin nach Leipzig und der möglicherweise noch bedeutendere von Magdeburg
über Jüterbog nach Osten und Südosten. Es liegt 17 km südwestlich von Beelitz, 23 km westlich von Luckenwalde, 21 km nordwestlich von Jüterbog, 32 km nordöstlich von Wittenberg und 20 km
östlich von Bad Belzig. Nach der 2003 beendeten Gebietsreform in Brandenburg gehört das Gebiet der Stadt Treuenbrietzen mit 211 km² zu den größten in Deutschland. Stadtgliederung:
Bardenitz mit den Gemeindeteilen Pechüle und Klausdorf, Bardenitz hat etwa 700 Einwohner, Pechüle wurde 1225 erstmals urkundlich als Pechule erwähnt. Der Name leitet sich von einem
Personennamen oder vom nahegelegenen See ab. Sehenswert ist die Dorfkirche. Ihr romanisches Kirchenschiff aus dem 13. Jahrhundert ist der älteste Backsteinbau des Flämings. Die
Inneneinrichtung der Kirche ist sehr reichhaltig und wertvoll und stellt ebenfalls eine Seltenheit in der Region dar. Der Turm der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Brachwitz,
Dietersdorf, Feldheim mit dem Gemeindeteil Schwabeck, Frohnsdorf, Lobbese mit den Gemeindeteilen Zeuden und Pflügkuff, Lüdendorf, Lühsdorf, Marzahna mit dem Gemeindeteil Schmögelsdorf
(etwa 55 Einwohner), Niebel (etwa 155 Einwohner), Niebelhorst, Rietz mit den Gemeindeteilen Rietz-Ausbau, Rietz-Bucht und Neu-Rietz. Treuenbrietzen gehört zu dem 1999 gebildeten Naturpark
Nuthe-Nieplitz. Unmittelbar am Nordhang der Endmoräne Fläming gelegen, ist die Region um Treuenbrietzen ein reiches Quellgebiet verschiedener Fließe, die der Nieplitz Wasser zuführen.
Auch die Nieplitz entspringt im tiefsten Fläminger Wald nördlich des Dorfes Frohnsdorf, das heute als Ortsteil zu Treuenbrietzen zählt. Unweit der Nieplitz-Quelle haben die wandernden
Gletscher riesige Findlinge hinterlassen wie den Bischofstein bei Rietz, den Bismarckstein, Schneiderstein und Schäferstein an der B2 zwischen Treuenbrietzen und Dietersdorf oder den
Landwehrmannstein, die auf dem ausgeschilderten Wanderweg Steintour besichtigt werden können, der auch an der Flussquelle vorbeiführt. Östlich von Treuenbrietzen liegt das sumpfige und
waldreiche Naturschutzgebiet Zarth, dessen Name aus dem slawischen kommt und Teufelswald bedeutet. Anders als der überwiegende Teil des Naturparks und anders auch als sein
naturgeschütztes Kerngebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung mit in der Regel offenen, weiten Landschaften und kleinräumigen Biotopwechseln, ist das NSG Zarth ein fast urwaldähnliches feuchtes
und dichtes Waldgebiet, das mit seinem weitgehend unzugänglichen Bruchwald an den Spreewald erinnert. An der Nordgrenze führt das Bardenitzer Fließ vorbei und im NSG selbst, obwohl am
Rande des Höhenzuges bereits in der Niederung Baruther Urstromtal gelegen, entspringen mehrere Fließe und bilden Tümpel und kleinere Seen. An den feuchtesten Stellen finden sich die
biotop-typischen Schwarzerlen und Eschen und in etwas höheren Lagen ein heute in Brandenburg sehr seltener Stieleichen-Hainbuchenwald. An die 340 Pflanzenarten wurden gezählt, darunter
alleine fünf verschiedene Orchideenarten, ferner kommen die Prachtnelke und die Süße Wolfsmilch vor. Die Europäische Sumpfschildkröte findet die nötigen klaren Bäche vor und der sehr
seltene Schwarzstorch die bevorzugten Verstecke im dichten Wald. Das besonders geschützte NSG Zarth kann und darf nur auf einem Weg durchquert werden, der Treuenbrietzen mit dem
südöstlich gelegenen Dorf Bardenitz verbindet. Hier finden sich auch Seen als Reste ehemaliger Torfstiche. Der Gemeindeteil Feldheim versorgt sich selbständig mit Energie und ist damit
das erste Dorf in Brandenburg, das energieautark ist. Verkehr: Treuenbrietzen ist mit der Bahn (RB 33) von Berlin-Wannsee und Jüterbog jede Stunde (am Wochenende Zweistundentakt) über die
Umgehungsbahn (Brandenburg) zu erreichen. In Jüterbog besteht Anschluss an die Regionalexpresszüge nach Berlin, Lutherstadt Wittenberg und Falkenberg (Elster). In Berlin-Wannsee ist ein
Übergang zur Berliner S-Bahn und zu den Zügen nach Magdeburg möglich. Die Bahnlinie nach Neustadt (Dosse) über Bad Belzig, Brandenburg an der Havel und Rathenow (Brandenburgische
Städtebahn) wurde 1962 eingestellt. Von Treuenbrietzen aus verkehren mehrere Buslinien, die meist dem Schülerverkehr dienen. Die Busse fahren nach Jüterbog, in die Kreisstadt Bad Belzig
über Niemegk, nach Niemegk über Marzahna und nach Cammer über Brück. Die Stadt ist über die Bundesautobahn 9 Berlin–Nürnberg, Anschlussstelle (AS) Brück (9 km) oder AS Niemegk (14 km) und
die Bundesautobahn 2 Berlin–Hannover, AS Brandenburg (38 km) erreichbar. Die Bundesstraßen 2 und 102 führen direkt durch die Stadt.
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