Klosterfelde ist ein Ortsteil der Gemeinde Wandlitz
... der erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Die Gemeinde gehört zum Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg. Bis zum Jahr 2003 war Klosterfelde eine selbstständige
Gemeinde innerhalb des Amtes Wandlitz. Im Wandlitzer Ortsteil Klosterfelde leben auf 17,36 km² 3204 Einwohner, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 184,6 Einwohnern je km².
Klosterfelde befindet sich auf dem nordwestlichen Teil der Barnim-Hochfläche, im sogenannten Niederbarnim. Der höchste Punkt mit 64,7 Meter über Normalhöhennull (NHN) liegt in der Nähe
der östliche Ortsteilgrenze zu Prenden am Ostrand der Seeger-Siedlung. Mit 39 Meter über NHN ist die Fläche des Großen Lottschesees an der Nordgrenze der niedrigste Punkt des Ortes. Die
Höhe der Ortsmitte an der Kirche beträgt 49 Meter über NHN. Klosterfelde liegt etwa 16 Kilometer nördlich der Berliner Stadtgrenze direkt an der Bundesstraße 109 entlang der Chaussee
Richtung Prenzlau und der Regionalbahnlinie RB 27, auch Heidekrautbahn genannt. Nördlich grenzt Klosterfelde an den Ortsteil Kreuzbruch der Stadt Liebenwalde, die zum Landkreis Oberhavel
gehört. Östlich schließt sich Prenden, westlich Stolzenhagen und südlich der Ortsteil Wandlitz an, allesamt Ortsteile der Großgemeinde Wandlitz. Neben dem Hauptort, dem in
Nord-Süd-Richtung angelegten Straßendorf des alten Ortskerns mit der unmittelbar angrenzenden Bahnhofssiedlung im Osten und der Rückersiedlung im Norden, gibt es fünf Siedlungsgebiete
außerhalb dieser geschlossenen Bebauung. Dabei handelt es sich um die Seegersiedlung im Osten, die Heyert- und die Paradiessiedlung im Süden Richtung Wandlitz, Marienwalde im Nordwesten
und die Siedlung am Lottschesee im Norden. Der Ort Klosterfelde liegt innerhalb eines der Brandenburger Großschutzgebiete, dem Naturpark Barnim, und ist von mehreren Seen, dem
Stolzenhagener-, dem Wandlitz- und dem Liepnitzsee, umgeben. Einziger zum Ortsteilgebiet gehörender See ist der Große Lottschesee nördlich des Ortskerns. Außerdem hat Klosterfelde Anteil
am Westufer des angrenzenden Kleinen Lottschesees. Weitere Wasserflächen sind einige Gräben innerhalb des Ortsgebietes und zwei Becken eines ehemaligen Torfstichs Richtung Lottschesee.
Der östliche Teil des Torfstichs ist heute ein Naturschutzgebiet. Die Waldfläche des Ortes ist sehr unterschiedlich verteilt. Östlich der Bahnlinie der Heidekrautbahn befindet sich ein
geschlossenes Waldgebiet, das bis Prenden, Lanke und zum Liepnitzsee reicht. Westlich der Ortsbebauung schließt fast ausschließlich landwirtschaftliche Fläche an. Im Norden bildet die
Waldgrenze gleichzeitig die Kreisgrenze zum Landkreis Oberhavel. Der Ort wurde das erste Mal 1240 erwähnt als Closterveld und war bis 1242 in landesherrschaftlichem Besitz, danach ging
Closterveld an das Kloster Lehnin. Damals erkaufte sich das Kloster Lehnin vom Landesvater für 312 Mark Silber mehrere Dörfer, darunter Arnesee (Arendsee), Tribnisdorf mit dem Lozilitz
See (Lottsche See), Bredewisch, Wandelitz (Wandlitz) und halb Stolzenhagen von Johann I und Otto II. Klosterfelde war bis zum 25. Oktober 2003 eine selbstständige Gemeinde. Per
Landesgesetz erfolgte eine Eingemeindung in die aus den Gemeinden des Amtes Wandlitz neu gebildete Großgemeinde Wandlitz. Eine Verfassungsbeschwerde aller amtsangehörigen Gemeinden gegen
die kommunale Neugliederung wurde am 16. Juni 2005 zurückgewiesen. Seit Frühjahr 2010 prüft der Verein Wandlitz erneuerbar die Option, die Energieversorgung des Ortes Klosterfelde
langfristig in Richtung eines Bioenergiedorfs umzugestalten. Am 28. September 2008 fanden die letzten Kommunalwahlen statt. Die Wahlbeteiligung betrug 47,1 Prozent der wahlberechtigten
Einwohner. Danach setzt sich der aus neun Personen bestehende Ortsbeirat wie in der Tabelle zu sehen zusammen. Der Ortsbeirat hat beratende Funktion für die Gemeindevertretung von
Wandlitz bezüglich der Entscheidungen des Gremiums, die den Ortsteil Klosterfelde betreffen. Einige der Vertreter des Ortsbeirates sind gleichzeitig Gemeindevertreter. Das frühere Amt des
Bürgermeisters wird seit der Fusion mit Wandlitz von einem Ortsvorsteher, zunächst auch Ortsteilbürgermeiser genannt, wahrgenommen. In dieses Amt wurde Klaus Pawlowski (Wählervereinigung
„Klosterfelder Bürgerkreis e.V.“) am 13. Oktober 2008 wiedergewählt. Jedes der neuen Wandlitzer Ortsteile besitzt Baudenkmale, auch sind einige Bodendenkmale entdeckt worden, die allesamt
in der Brandenburgischen Denkmalliste aufgeführt sind. Die evangelische Kirche Klosterfelde wurde im 13. Jahrhundert als Feldsteinbau errichtet, im 15. Jahrhundert wurde sie an der
Ostseite verlängert und eine Apsis angebaut. Auf der Nordseite erhielt der Sakralbau eine Sakristei mit Tonnengewölbe. Im Jahr 1742 ließ die Dorfgemeinde das Gebäude im Barockstil
umbauen, außerdem erhielt es einen zweigeschossigen haubenbekrönten Glockenturm auf der Westseite. Die Fassaden wurden verputzt. Zwischen den Jahren 2002 und 2010 konnte mit aktiver
Unterstützung des Fördervereins Dorfkirche Klosterfelde e. V. und zahlreicher Sponsoren eine große Sanierung der Kirche erfolgen. Dabei wurde der Dachstuhl gereinigt, das Dach neu
gedeckt, die Turmhaube erneuert und eine neue Wetterfahne aufgebracht. Die Turmkugel erhielt neueste Zeitzeugnisse und eine Vergoldung und wurde im Frühjahr 2004 feierlich wieder
aufgesetzt. Im Inneren erhielt die Apsis frischen Putz (an einem Sichtfenster ist ein Stück des mittelalterlichen Putzes erhalten worden), die Ausmalung wurde erneuert, alle
Bleiglasfenster nach alten Vorbildern neu gestaltet und schließlich wurde eine umfassende Restaurierung des Altars und der Kanzel vorgenommen. An den genannten Arbeiten war unter anderem
die Firma von Wilfried Schwuchow aus Angermünde und der Berliner Restaurator Dirk Jakob beteiligt. Die mit Spitzbögen abgeschlossenen dreijochigen Kirchenschiffe tragen seit dem 18.
Jahrhundert eine Stuckdecke. Im Chor befindet sich ein von Tonköpfen getragenes Kreuzrippengewölbe. Der holzgeschnitzte Altar stammt aus dem Jahr 1719; das Altarbild, flankiert von zwei
gewundenen Weinlaubsäulen, stellt die Kreuzigung Jesu dar. Geschnitzte Figuren des Johannes, des Mose und des auferstandenen Christus schmücken den Altarraum. Die Kanzel aus dem Jahr 1690
ist ebenfalls eine Holzschnitzarbeit, unter anderem mit der Darstellung der fünf Evangelisten in den Brüstungsfeldern. Eine Empore umgibt das Hauptschiff hufeisenförmig. Hier steht eine
um 1884 gefertigte Orgel des Wittstocker Orgelbauers Lütkemüller. Das Interieur wird abgerundet durch eine dreibeinige hölzerne Taufe, die aus einer Kirche der Gemeinde Tasdorf (heute
Ortsteil von Rüdersdorf bei Berlin) stammt. Das privat betriebene Internationale Artistenmuseum, Liebenwalder Damm 2, bietet Informationen zu Artistik, Attraktionen von Volksfesten,
Kabarett, Magie, Unterhaltungsmusik und Tanz in Bild und Wort, oft auch gegenständlich. Es wurde 1997 eröffnet und im Jahr 2000 mit dem Barnimer Kulturpreis ausgezeichnet. Wegen des Todes
des Gründers, Roland Weise, musste diese Einrichtung im Sommer 2013 vorübergehend geschlossen werden. Gemeinderat, Förderverein und das Kulturministerium Brandenburgs suchen nun nach
neuen Lösungen. An der Hauptstraße stehen drei Kriegerdenkmale. Sie ehren die Toten des Jahres 1813, die gefallenen Klosterfelder des Ersten und des Zweiten Weltkriegs und in einer
gesonderten Grünanlage die im Zweiten Weltkrieg im Kampf gefallenen Soldaten der Roten Armee. Anlässlich der 750-Jahr-Feier von Klosterfelde ließ die Gemeinde einen Gedenkstein
aufstellen. Regelmäßige Veranstaltungen: Seit 2002 gibt es jedes zweite Jahr zu Pfingsten das privat organisierte Triker-Treffen am Rande von Klosterfelde neben dem Sportplatz. Dazu
reisen jährlich mehr als 100 Triker aus Deutschland und den Nachbarländern an. Mehrere Tausend Menschen besuchen die dreitägige Schau. Dazu kommen regionale Veranstaltungen wie ein
Dorftalk, ein Kürbisfest oder Sommerfeste der Freiwilligen Feuerwehr. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 109 zwischen Wandlitz und Zerpenschleuse. Bernau ist von Klosterfelde aus per
Linienbus über Wandlitz erreichbar. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurden in den Jahren 2007/2008 die großen Straßen Bahnhofstraße und Lange Gasse ausgebaut. Vor allem wurden Rad- und
Gehwege angelegt bzw. verbessert. Die Heidekrautbahn, befahren als Regionalbahnlinie 27 von der Niederbarnimer Eisenbahn, bietet seit ihrer Einweihung im Jahr 1901 südwärts eine
Direktverbindung nach Berlin (später Berlin-Karow) oder nordwärts nach Groß Schönebeck in der Schorfheide. Hier ist zuerst die traditionsreiche Klosterfelder Küchenmöbelfabrik zu nennen,
die aus der von Louis Bergemann 1852 gegründeten einfachen Tischlerei hervorging. Zu DDR-Zeiten lieferte sie ihre Küchenmöbel in alle Bezirke und teilweise auch in das sozialistische
Ausland, sie konnte 1990 reprivatisiert werden und existiert weiter fort. Darüber hinaus sind als Besonderheiten die von Familie Trautmann in historischer Tradition betriebene
Klosterfelder Senfmanufaktur mit 33 Sorten Mostrich ebenso erwähnenswert, wie das Biomasseheizkraftwerk, das von der ESP-GEKO GmbH nach der Wende aus dem damals vorhandenen Heizwerk
aufgebaut wurde und seit 1996 Strom und Wärme aus Biomasse (Altholz und aufbereiteter Sperrmüll) generiert. Die erzeugte Leistung beträgt zwischen 10 und 16 MW thermisch und 1,6 MW
elektrisch. Ab 2002 betrieb die Firma Vattenfall Europe das Kraftwerk, inzwischen gehört die Anlage der BPK Biopower Klosterfelde. Der Holzmarkt Koehn (u. a. Lieferant für das Häuschen
des Sommer-Theaters im Berliner Monbijoupark), Handwerker, Lebensmittelverkaufseinrichtungen, ein Baumarkt oder eine Firma, die sich auf die Errichtung von Holzblockhäusern spezialisiert
hat, gehören ebenfalls zu den Wirtschaftsunternehmen des Ortes. In Klosterfelde gibt es eine Grund- und eine Oberschule. Die heutige Schule in der Ernst-Thälmann-Straße wurde am 21.
November 1960 als Hauptschule in Betrieb genommen. Damals gab es im Ort rund 400 Schülerinnen und Schüler. Das Gebäude wurde nach der Wende in eine Grundschule verwandelt. Sie hatte im
Jahr 2008 (Stand: 5. Juli 2008) acht Klassen mit 171 Schülern der Klassenstufen 1 bis 6. Das entspricht einer Klassenfrequenz von 21 Schülern pro Klasse. Die Oberschule, Klassenstufen 7
bis 10, hatte im selben Jahr 232 Schüler in zehn Klassen, bei einer Klassenfrequenz von 23 Schülern pro Klasse. Für die Schulen wurde im Zeitraum 2007/2008 eine neue Außensportanlage
errichtet, die die Gemeinde mit 170.000 Euro finanzierte. Im Ort Klosterfelde sind fünf Ärzte ansässig: zwei Allgemeinmediziner, eine Zahnärztin, ein Frauenarzt sowie eine
Veterinärmedizinerin. Des Weiteren gibt es hier eine Apotheke. (Stand: Juli 2010) Am 9. September 1919 gründete sich der Sportverein SG Union Klosterfelde, der im 21. Jahrhundert etwa 180
Mitglieder aufweist. Diese Sportgemeinschaft betrieb vor allem Fußball. Außerdem wird derzeitig Gymnastik, Volleyball und Tischtennis angeboten. Die SG Union Klosterfelde hatte aber auch
schon eine Boxgruppe. Die Fußballer spielen 2013/2014 in der Landesklasse. Außer diesem Ballsportverein enthält das Vereinsregister weitere 17 Einrichtungen in Klosterfelde (Stand 2009).
Schützengilde von 1904 Klosterfelde, Kegelsportverein Klosterfelde, Motorsportclub Klosterfelde, Pferde- und Breitensportverein Klosterfelde: (Ferienfreizeit, Fahrsport,
Selbstverteidigung ab 6 Jahren, Babymassage, Spiel & Bewegung, Kinderyoga, Reitgruppen, Reittherapie, tiergestützte Pädagogik, Zirkusgruppe, Präventionssport), Sportangler Kleine
Lottsche, Brieftauben-Verein 04702, Gospelchor Klosterfelde, Imkerverein Klosterfelde (gegründet 1908), Jugendclub No limit, Treffpunkt für alle Jugendlichen ab der Klassenstufe 7,
Diakonieverein Bernau e.V. für Sozialstation Klosterfelde, Kloster-Triker (gegründet September 2001, 33 Mitglieder), Trike- und Bikefahrer, Natur- und Campingfreunde, Volkssolidarität in
Brandenburg e.V., Ortsgruppe Klosterfelde, Klosterfelder Bürgerkreis (KBK), Kleintierzüchterverein und die 3 Fördervereine Freiwillige Feuerwehr, Dorfkirche, Internationales
Artistenmuseum. Klosterfelde hat drei Gasthäuser: das seit 200 Jahren im Familienbesitz befindliche Dorfgasthaus, das seinen Namen Zum Tapferen Schneiderlein von der Gastwirtsfamilie
herleitet, die Gaststätte und Pension Lindengarten und den Gasthof Bergquelle, alle drei in der Hauptstraße gelegen.
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