Brandenburger Vorstadt - PLZ 14471
Die Brandenburger Vorstadt beginnt hinter dem Brandenburger Tor am Luisenplatz
... und erstreckt sich über das Gebiet zwischen der Havel und dem Park Sanssouci, in dem das gleichnamige Schloss, das Neue Palais, das Schloss Charlottenhof und auch die Friedenskirche
stehen. Auch zahlreiche weitere Baudenkmale von Weltrang sind hier zu finden. Eine Bebauung dieser Vorstadt fand überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. und in den ersten Jahren des 20.
Jahrhunderts – noch vor dem Ersten Weltkrieg – statt, als man dringend Wohnungen für die Erweiterung der Garnisons- und Residenzstadt benötigte. Hier befindet sich ein weitgehend original
erhaltenes geschlossenes Altbauensemble, welches ursprünglich vorwiegend für höhere Offiziere und deren Familien, aber auch für preußische Staatsbeamte angelegt wurde. Daraus resultieren
auch die dort typischen großzügig dimensionierten Wohnungen, oft mit Vorgarten. Sehr interessant und beliebt ist dieses Wohnviertel durch seine direkte Anliegerschaft zum Park Sanssouci.
Stadtauswärts in Richtung Werder (Havel) und Brandenburg an der Havel, direkt an der heutigen B 1 (früher Reichsstraße 1), entstand nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, in den 1920er und
frühen 1930er Jahren, eine weitere Wohnsiedlung, im zeitgenössischen Charakter einer Gartenstadt angelegt. Diese beiden älteren Wohnviertel sind heute denkmalgeschützt und insbesondere
nach 1990 auch aufwändig und umfangreich saniert worden. Direkt am Havelufer befindet sich auch der 25 Hektar große ehemalige Potsdamer Luftschiffhafen, wo von 1911 bis 1918 mit Stadtgas
gefüllte Luftschiffe gebaut und getestet wurden. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Versailler Vertrag, welcher Deutschland dann auch eine Luftschifffahrt untersagte, wurden
Teile der Produktionshallen als Reparationsleistungen an Frankreich demontiert und dorthin verbracht. Nachdem 1924 die Stadt Potsdam dieses Areal kaufte, errichtete sie dort einen
Sportplatz und eine Regattastrecke. Aus diesem Grund wurde die dortige Magistrale nach der Wende in Zeppelinstraße (zu DDR-Zeiten Leninallee) umbenannt. An dieser befindet sich auch die
Villa Ingenheim, in der das Militärgeschichtliche Forschungsamt der Bundeswehr seinen Sitz hat. In der DDR-Zeit entwickelte sich diese Sportanlage zu einem renommierten Leistungszentrum
für die Leichtathletik und auch für den Ruder- und Kanusport. Bekannteste deutsche Sportler aus diesem Zentrum sind Udo Beyer und auch Birgit Fischer. Auch nach 1990 hat sich dieses
Sportzentrum zum Olympiastützpunkt Potsdam und insbesondere Heimat des 1. FFC Turbine Potsdam weiterentwickelt. Des Weiteren sind die Landesbausparkasse Brandenburg und das Kongresshotel
Potsdam am Templiner See am Luftschiffhafen ansässig.
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