Stahnsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Die heutige Großgemeinde Stahnsdorf entstand 2001 durch die Eingliederung von vier vorher selbständigen Gemeinden, deren Gebiet sich mit dem des Amtsgebietes von 1992 bis 2001 deckt.
Stahnsdorf liegt westlich von Teltow, südlich von Kleinmachnow und östlich von Potsdam. Der Ort wird im Norden vom Teltowkanal begrenzt. Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an die
Gemeinde Kleinmachnow, im Osten an die Stadt Teltow und die Gemeinde Großbeeren, im Südosten und Süden an die Stadt Ludwigsfelde, im Südwesten a die Gemeinde Nuthetal und im Westen und
Nordwesten an die Landeshauptstadt Potsdam und auf sehr kleiner Strecke auch an Berlin. Der Ort befindet sich auf dem Teltow, einer vor rund 20.000 Jahren entstandenen eiszeitlichen
Hochfläche. Die Gemeinde gliedert sich nach der Hauptsatzung in folgende Ortsteile: Güterfelde, Schenkenhorst (bis 1937 , Schenkendorf),Sputendorf, Stahnsdorf Ort. Stahnsdorf wurde
erstmals im Jahr 1264 urkundlich erwähnt als ein Magister Petrus de Stanesdorp von Markgraf Otto III. bei der Beurkundung eines Kaufes des Domkapitels zu Brandenburg als Zeuge benannt
wurde. Im Jahr 1435 übernahm das Geschlecht der Hakes zu Machnow die Grundherrschaft über Stahnsdorf als Lehensträger des Bischofs. Der Ort bestand ursprünglich nur aus dem alten Dorfkern
an einer damals wichtigen Verbindungsstraße, die von Sachsen über Güterfelde und Stahnsdorf zum Bäkeübergang bei Kleinmachnow und weiter nach Spandau führte. Mit dem Bau des Teltowkanals
Anfang des 20. Jahrhunderts, der Eröffnung des Südwestkirchhofs im April 1909, des Wilmersdorfer Waldfriedhofs und des Friedenauer Waldfriedhofs 1913 und der Eröffnung der S-Bahnstrecke
von Berlin-Wannsee im Juni 1913 begann die Erschließung als Berliner Vorort. In den folgenden Jahrzehnten entstand der heutige Ort durch die Entwicklung von Eigenheimsiedlungen, die
Anbindung an Berlin-Lichterfelde durch eine Straßenbahnverbindung und den Bau einer Siedlung für Arbeiter der Boschwerke in Kleinmachnow. 1931 wurde das Klärwerk Stahnsdorf in Betrieb
genommen, wo Abwässer aus dem Süden Berlins geklärt wurden und eine der ersten Anlagen zur Biogaserzeugung entstand. Seit 1935 war Stahnsdorf Standort der Wehrmacht, nach dem Zweiten
Weltkrieg bis 1992 der sowjetischen/russischen Armee. Durch den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurden die Verbindungen zum angrenzenden Berlin durchtrennt. Zu Zeiten der DDR
war Stahnsdorf wirtschaftlich vor allem durch das Halbleiterwerk als Großbetrieb und landwirtschaftliche Betriebe geprägt. Nach dem Fall der Mauer setzte eine erneute Entwicklung durch
Zuzüge, Erschließung neuer Eigenheimsiedlungen und in den letzten Jahren durch Gewerbeansiedlungen, insbesondere im Bereich Green-Park, ein. Zum 31. Dezember 2001 entstand durch die
Eingemeindung der Gemeinden Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf die heutige Großgemeinde Stahnsdorf. Die Stahnsdorfer Dorfkirche wurde als Feldsteinbau mit eingezogenem Chor und
Apsis Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet (Fertigstellung wohl vor 1230) und 1696 wiederhergestellt (Inschrift auf Sandsteinplatte an der Wand), der verbretterte Dachturm entstand 1779.
Sie ist die zweitälteste Dorfkirche der Mark Brandenburg. In den kommenden Jahren ist eine umfassende Sanierung geplant. An Kunstwerken enthält sie eine Anna selbdritt, einen
spätgotischen Schnitzaltar (Ende 15. Jahrhundert), eine mit Wappen bemalte Chorbank (Ende 17. Jahrhundert), eine geschnitzte Kanzel (18. Jahrhundert) und einen Epitaph für ein Mitglied
des in Kleinmachnow ansässigen Geschlechts derer von Hake (18. Jahrhundert), die bis zur Errichtung der Kleinmachnower Dorfkirche 1597/98 generell in der Stahnsdorfer Dorfkirche
beigesetzt worden waren. Das im Kern um 1805 nach Entwurf von David Gilly errichtete und 1868 im Stil der Neurenaissance entscheidend veränderte zweigeschossige Schloss im Ortsteil
Güterfelde diente als Altenheim und ist von einem Park umgeben. Die Dorfkirche im Ortsteil Güterfelde wurde als rechteckiger Feldsteinbau mit Apsis und westlichem Breitturm in der ersten
Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verändert. Friedhofskapelle nach dem Vorbild norwegischer Stabkirchen auf dem Südwestfriedhof.
Südwestkirchhof, Friedhof der (evangelischen) Berliner Stadtsynode. Kunst- und kulturhistorisch von großer Bedeutung. Hier befinden sich unter anderem die Grabstätten von Graf Georg von
Arco, Rudolf Breitscheid, Lovis Corinth, Engelbert Humperdinck, Friedrich Wilhelm Murnau, Edmund Rumpler, derer von Siemens und Heinrich Zille. Er ist der größte Waldfriedhof Europas.
Parforceheide, das letzte große zusammenhängende Waldgebiet im Süden Berlins.
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