Schmachtenhagen ist ein Ortsteil der Kreisstadt Oranienburg
... in Brandenburg und liegt im Südosten des Landkreises Oberhavel. Die bis dahin selbstständige Gemeinde schloss sich am 26. Oktober 2003 der Stadt Oranienburg an und wird von ihr
verwaltet. Schmachtenhagen liegt auf dem südwestlichen Teil der nördlichen Havel-Niederungen, der sogenannten Oberhavel. Die alte Ortsmitte am Anger mit der Kirche befindet sich etwa 33
km nördlich des Stadtzentrums von Berlin. Höchste Punkte des Ortes sind mit durchschnittlich 20 m über Normalhöhennull (NHN) zwei Anhöhen nahe der westlichen Gemeindegrenze, die
Fuchsberge und die Zwergberge. Der niedrigste Punkt mit 43,3 m über NHN liegt an einem Graben im nördlichen Bereich des Ortsgebietes. Die Höhe der Ortsmitte an der Kirche beträgt etwa 50
m über NHN. Das Gemarkungsgebiet des Ortsteils Schmachtenhagen umfasst eine Fläche von 28,9 km². Es schließt die östlich entlang des Oder-Havel-Kanals verlaufenden Niederungen des
Stintgrabens am früheren Germania-Klinkerwerk am westlichen Ortsrand mit ein und grenzt an das Ostufer des Grabowsees, in dem zugleich der sich von Ost nach West schlängelnde Bach Bäke
mündet. Der Stintgraben ist der Abfluss des Grabowsees und durch ein Graben-Netz mit dem Lehnitzsee verbunden. Der Ortsteil untergliedert sich in mehrere Wohngebiete um das Zentrum (den
historischen Dorfkern um den Dorfanger herum) in die ab etwa 1910 entstandenen Siedlungen West, die Siedlung Süd (auch Kolonie Marx und Holzhausen genannt), die Siedlungen Ost, die
nördlich des Angers errichtete Siedlung Upstall und den außerhalb gelegenen Standort Bernöwe. Der Ortsteil Schmachtenhagen liegt rund 7 km östlich der Kernstadt Oranienburg und nahe der
östlichen Grenze der Großgemeinde Wandlitz wie auch des Landkreises Barnim. Angrenzende Gemeinden sind im Westen die Stadt Oranienburg mit den entlang des Oder-Havel-Kanals liegenden
Ortsteilen Sachsenhausen, Friedrichsthal und Malz, im Norden an den zur Stadt Liebenwalde gehörenden Ortsteil Kreuzbruch, im Osten die ehemals selbständigen und an den Landkreis Barnim
grenzenden Gemeinden Zehlendorf und Wensickendorf und im Süden mit der Schmachtenhagener Heide an das Mühlenbecker Land sowie südwestlich mit der Oranienburger Heide angrenzenden den
Oranienburger Ortsteil Lehnitz. Vom 21. Mai 1901 bis 1998 besaß der Ort durch den im Nachbarort Zehlendorf errichteten Haltepunkt der Heidekrautbahn auf der Strecke von Berlin-Wilhelmsruh
nach Liebenwalde (ab 1961 ab Berlin-Blankenburg, ab 1976 Berlin-Karow) einen nahen Bahnanschluss. Seit 1998 fahren die Züge in der Regel nur noch bis Wensickendorf. Seit 2002 wird auch
Schmachtenhagen selbst, wenn auch nur am Wochenende zum Anfahren eines Wochenmarktes am nördlichen Ortstrand, bedient und erhielt an der Bauernmarktchaussee einen eingleisigen Haltepunkt.
Der 1950 errichtete Betriebsbahnhof am Malzer Weg ist seit 1983 nicht mehr in Betrieb, 1991/92 demontiert worden und inzwischen überwachsen.Zudem ist Schmachtenhagen durch eine Buslinie
mit Oranienburg und Liebenwalde sowie eine weitere Linie mit dem Ortsteil Bernöwe verbunden. Die Bundesstraße 273 (Potsdam - Bernau) durchquert den Ort in Ost-West-Richtung und kreuzt die
Landesstraße 29 (Schmachtenhagen - Biesental) beidseitig der "Königliche oder auch Alte Darre (dem denkmalgeschützten Wahrzeichen des Ortes), zugleich endet die L-29 hier. Der S-,
Regional- und Fernbahnhof Oranienburg liegt 5 km entfernt, ein Anschluss zur 96 (Zittau-Rügen) beim Ortsteil Eden 10 km und die Autobahnauffahrten am Berliner Außenring im 16
Kilometer-Radius: das Kreuz Oranienburg 16 km, die Auffahrt Birkenwerder 12 km, Auffahrt Mühlenbeck 13 km, der Anschluss zur Bundesautobahn E-28 (Potsdam-Bernau-Polen) über die B-273 ist
nach 16 km erreichbar. Die erste urkundliche Erwähnung datiert in einer in Bautzen am 13. Februar 1350 unterzeichneten und im Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem gelagerten Urkunde, in
dem der Ort als „Schönhagen“ wie viele andere in der Umgebung in den Schenkungsurkunden der Markgrafen Ludwig der Brandenburger und Ludwig der Römer erwähnt wird, in der sie den Grafen
Ulrich von Lindow mit der Burg Bötzow nebst umliegenden Dörfern belehnten. 1638 brach während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) die Pest aus und raffte fast die Hälfte der
Dorfbewohner dahin, mehrfach wurde der Ort und das Land entlang der Havel von Dänen, Kaiserlichen Heerscharen und Schweden durchzogen und geplündert, wodurch viele Häuser und Scheunen
vernichtet wurden. Zudem verloren die Schmachtenhagener durch die Kriegssteuer viele Hufe Land. 1642 wurde das Amt Bötzow an Frau von dem Knesebeck verpfändet, drei Jahre später werden
die Kirche wieder aufgebaut und ein Pfarramt eingerichtet.Da 1648 knapp die Hälfte der Gehöfte brach lagen, wurde das Dorf mit Unterstützung der Frau von dem Knesebeck, wieder aufgebaut
und besiedelt. Ein paar Bauern, die überlebten, bauten aus eigener Kraft neue Gebäude, andere ließen sich neue Häuser bauen. 1651 wurde der Ort wird nun zu Bötzow (dem späteren
Oranienburg) und damit dem Amt Bötzow (ab 1652: Amt Oranienburg) zugehörig, 1745 dem neuen Amt Zehlendorf zugeschlagen. Nach der Verlagerung des Amtssitzes 1763 gehört er dann zum Amt
Friedrichsthal. 1792 entstand zwischen Darre und Friedhof eine Schmiede, die zusätzliche Bewohner ins Dorf lockte. 1819 wurde das Amt Friedrichsthal wieder aufgelöst und Schmachtenhagen
wurde wieder in das Amt Oranienburg eingegliedert. Anfang des 19. Jahrhunderts entstehen drei in sich geschlossene Siedlungen. Zwischen 1945 und 1990 lag der Ort in der DDR, im Zuge der
Gemeindegebietsreform wurde er im Oktober 2003 wieder Ortsteil mit Amtssitz in der Stadt Oranienburg.
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