Falkensee ist eine amtsfreie Stadt ohne namengebenden Hauptort im Osten
... des Landkreises Havelland. Seit dem 1. Januar 2011 hat sie den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt. Falkensee liegt am nordwestlichen Rand Berlins im sogenannten „Speckgürtel“.
Im Norden grenzt Falkensee an Schönwalde, im Westen an Brieselang, im Süden an Dallgow-Döberitz, die zum Land Brandenburg gehören. Im Osten grenzt es an die zu Berlin-Spandau gehörenden
Ortsteile Falkenhagener Feld und Staaken. Das größte Gewässer, der Falkenhagener See, liegt im Norden der Stadt. Aufgrund der im Stadtgebiet reichlich vorhandenen Wälder, wie der
Spandauer Forst und etlicher kleinerer Gewässer, ist die Bevölkerungsdichte im Vergleich zu Berlin eher niedrig. Dies ist bedingt durch die an vielen Stellen erhaltene dörfliche Bebauung
mit eingestreuten Weiden, die großen, oft auch von Hochwald bestandenen Villengrundstücke und den teilweise vorhandenen Charakter einer Eisenbahnsiedlung. Falkensee besteht aus den beiden
ehemals selbstständigen Dörfern: Falkenhagen und Seegefeld, zu denen durch spätere Ansiedlungen noch folgende Ortsteile kamen: Finkenkrug, Falkenhöh, Falkenhain, Waldheim. Alle Ortsteile
sind nach 1990 wieder durch entsprechende Ortsteilbeschilderungen gekennzeichnet worden. Der Name ist 1923 bei der Bildung der Gemeinde Falkensee aus den beiden größten eingemeindeten
Dörfern Seegefeld und Falkenhagen als Kunstwort zusammengesetzt worden: Falken(hagen)see(gefeld). Der Ortsname wird auf der letzten Silbe betont: Falkensee. Falkenhagen wurde (und wird)
auf der vorletzten Silbe betont, Seegefeld auf der ersten. Bei der Aussprache der zusammengefügten Ortsnamen änderte sich somit nichts. Das direkt an den westlichen Berliner Bezirk
Spandau angrenzende Falkensee wurde kurz nach dem Bau der Mauer (13. August 1961) durch Verleihung des Stadtrechts in den Status einer Stadt erhoben. Die Verleihungsurkunde, datiert vom
7. Oktober 1961, dem 12. „Nationalfeiertag der DDR“, und befindet sich in der Ausstellung des Museum und Galerie Falkensee. Im gleichen Jahr wurde das bis dahin als Exklave zum
sowjetischen Sektor Berlins gehörende West-Staaken nach Falkensee eingemeindet, 1971 aber wieder als eigenständige Gemeinde ausgegliedert. Seit 1992 befindet sich auf dem Gelände des
ehemaligen Gefangenenlagers eine Gedenkstätte mit Mahnmalen und mahnenden Kunstwerken, die teilweise von Jugendlichen aus Falkensee und der israelischen Stadt Ma'alot (es besteht seit
1990 ein Jugendaustausch der beiden Städte) zusammen erstellt wurden. Nach der Wiedervereinigung erlebte Falkensee einen zweiten regen Bevölkerungszuwachs, vor allem aus den westlichen
Bezirken Berlins, in kurzer Zeit verdoppelte die Stadt ihre Einwohnerzahl. Dementsprechend eröffneten zahlreiche Einkaufszentren im Ort und zum Stadtrand hin neu. Der ehemalige
Todesstreifen der DDR-Grenze wurde bepflanzt und bebaut, mittlerweile ist er nicht mehr überall zu erkennen. Auf dem Berliner-Mauer-Radweg kann heute auch in Falkensee dem Verlauf der
ehemaligen Mauer nachgefahren werden. Auf einem früheren Privatgrundstück am Falkenhagener See wurde 2003 die Botschaft von Madagaskar neu eröffnet. Durch Erlass des brandenburgischen
Innenministers erhielt Falkensee mit Wirkung ab 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt. Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen
Titel „Ort der Vielfalt“. Falkensee hat eine Autobahnanbindung an den Berliner Ring. Der Berliner Flughafen Tegel liegt etwa 18 Kilometer (Straße) entfernt. Mehrere Straßen führen in
Nachbarorte und nach Berlin sowie Potsdam. Es bestehen Busverbindungen nach Berlin, Potsdam und dem weiteren Umland. An der südlichen Stadtgrenze führt die Bundesstraße 5 an Falkensee
vorbei, nach Westen zum Berliner Ring und nach Osten in die Berliner Innenstadt. Die Buslinien in Falkensee werden von der Havelbus Verkehrsgesellschaft betrieben. Zu Zeiten mit geringer
Nachfrage werden teilweise Linientaxis zum Bustarif eingesetzt. Falkensee wird auch von einer Linie der Berliner Verkehrsbetriebe bedient, der Linie 337 vom Bahnhof Berlin-Spandau zum
Bahnhof Falkensee. Falkensee hat drei Haltepunkte der Regionalbahn: „Finkenkrug“, „Falkensee“ und „Seegefeld“ (der Bahnhof Albrechtshof liegt wenige Meter östlich der Stadtgrenze auf
Berliner Gebiet). Direkte Zugverbindungen gibt es beispielsweise in Richtung Nauen, Berlin und zum Flughafen Berlin-Schönefeld. Im Bahnhof Falkensee halten auch Regionalexpress-Züge von
Wismar und Wittenberge über die Berliner Stadtbahn nach Cottbus, sowie von Wittenberge über Pritzwalk, Neuruppin und Hennigsdorf nach Berlin-Spandau. An das Eisenbahnnetz wurde Falkensee
bereits 1846 angeschlossen. Der erste Bahnhof mit dem Namen Seegefeld wurde provisorisch 1848, endgültig 1860 eröffnet. Falkensee gehörte seit 1921 zum Berliner Vororttarif. Trotz vieler
früherer Pläne wurde Falkensee erst am 14. August 1951 an das Berliner S-Bahnnetz angeschlossen. Nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 war die Stadt wieder vom
Stadtschnellbahnverkehr abgekoppelt. Falkensee war nur über den Berliner Außenring mit Halt im 1995 geschlossenen und 2006 abgerissenen Bahnhof Falkenhagen (im Ortsteil Waldheim) aus
Berlin zu erreichen. Der Zugverkehr von Falkensee und Finkenkrug über den Außenring nach Potsdam funktionierte von 1961 bis 1995 ebenfalls nur mit Umsteigen an diesem Bahnhof. Erst am 26.
Mai 1995 wurde der Lückenschluss der Fernbahnverbindung Berlin–Hamburg zwischen Albrechtshof und Berlin-Spandau fertiggestellt. Seit Mai 1997 ist der Abschnitt elektrisch betrieben.
Zuerst übernahmen nur Regionalbahn-Züge den Verkehr, seit dem 24. Mai 1998 fahren auch Regionalexpress-Züge als Nahverkehrszüge über Falkensee in die Berliner Innenstadt. Ein Teil der
Züge aus Richtung Norden fuhr anstatt über den östlichen Berliner Außenring über Falkensee nach Berlin und stellte damit ein dichtes Zugangebot sicher. Diese Züge verkehren seit Eröffnung
des neuen Berliner Hauptbahnhofes im Jahr 2006 von Oranienburg direkt nach Berlin und nicht mehr über Falkensee. Die seit 1990 geplante S-Bahn wurde bislang wegen des fraglichen
verkehrlichen Nutzens zurückgestellt. Laut der standardisierten Bewertung würde zwar der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten für eine S-Bahn-Verlängerung Spandau-Falkensee und den Bau
eines vom übrigen Bahnbetrieb unabhängigen Streckengleises übersteigen, die Reisezeiten würden sich mit der S-Bahn jedoch verlängern, so dass einige heutige Bahnnutzer auf das Auto
umsteigen würden. Je nach Konzept kämen nur etwa 2.000 Fahrgäste pro Tag für die Nutzung infrage. Eine abschließende Entscheidung über den S-Bahnbau ist derzeit (Stand Oktober 2013) nicht
in Sicht. Derzeit besteht keine Einigkeit darüber ob, und wenn ja wie, ein Kapazitätsausbau an der Hamburger Bahn erfolgen sollte.
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