Die Stadt Fürstenberg liegt am südlichen Rand der Mecklenburgischen Seenplatte
... und wird vom Baalensee, Röblinsee und Schwedtsee umschlossen. Die Havel durchfließt die Stadt in vier (früher drei) Läufen. Der südliche Schifffahrtskanal und der „Iserdiek“ genannte
nördliche Havellauf begrenzen das Große Werder, eine zentrale Insel, auf der die ursprüngliche Stadtsiedlung entstand. Fürstenberg besteht aus dem eigentlichen Stadtgebiet und acht
Ortsteilen, neun bewohnten Gemeindeteilen und 14 Wohnplätze.
Altthymen mit den Wohnplätzen Bartelshof und Dahmshöhe (vgl. Schloss Dahmshöhe) Barsdorf mit dem
bewohnten Gemeindeteil Qualzow Blumenow mit dem bewohnten Gemeindeteil Boltenhof Bredereiche mit den Wohnplätzen Fünfruten und Morgenland Himmelpfort mit den Wohnplätzen Kastaven, Pian und Woblitz Steinförde mit den bewohnten Gemeindeteilen Großmenow, Kleinmenow, Schönhorn und Stein-havelmühle Tornow mit den
bewohnten Gemeindeteilen Neutornow, Neubau und Ringsleben & Zootzen mit dem Wohnplatz Regelsdorf.
Die weiteren Wohnplätze gehören zur Kernstadt Fürstenberg/Havel: Drögen, Forsthaus Altthymen, Neuthymen, Ravensbrück, Röblinsee-Siedlung und Tiefenbrunn Geschichte: Das Zentrum der
heutigen Stadt Fürstenberg war bereits vor rund 3000 Jahren besiedelt; dies zeigen Keramikscherben, die im Jahre 2008 bei archäologischen Grabungen im Bereich der Burg gefunden wurden.
Slawische Funde im Stadtgebiet sowie südöstlich der Stadt auf dem Siggelkamp verweisen auf eine vordeutsche, slawische Besiedlung dieses siedlungstopographisch günstigen Geländes.
Fürstenberg selbst wurde erstmals 1287 in Zusammenhang mit einer Stiftung für die Kirche und 1318 als Stadt erwähnt. Die askanischen Markgrafen von Brandenburg nahmen in der ersten Hälfte
des 13. Jahrhunderts das Fürstenberger Gebiet in Besitz. Sie ließen eine Burg, die 1333 zum ersten Mal erwähnt wurde, als vorgeschobenen Stützpunkt errichten. In deren Schutz entstand
eine deutsche Ansiedlung, die 1305 den Namen „Vorstenberge“ und 1318 „Vorstenberch“ erhielt. Die mittelniederdeutsche Form „vörste“/„vürste“ bedeutet nicht nur „Fürst“ im heutigen Sinne,
sondern allgemein „Herrscher“, aber auch „vorderste“. Insofern ist der vorgeschobene Stützpunkt die „vorderste Burg“. Mit dieser günstig am schiffbaren Oberlauf der Havel gelegenen
Siedlung schlossen die Markgrafen zum einen die geographische Lücke zwischen ihrer Anfang des 12. Jahrhunderts erworbenen Herrschaft Stargard und Ländereien auf dem Barnim, die sie
gleichzeitig mit einer Nord-Süd gerichteten Straße verbanden; zum anderen fassten sie damit im ursprünglich slawisch besiedelten Fürstenberg Fuß. Die Entstehungszeit der Burg mit
Grenzschutzfunktion ist bis heute ebenso wenig geklärt wie die Entstehungszeit der Stadt oder die Anlage der Stadtbefestigung. Die Stadtbefestigung umschließt dabei die Siedlung am Fuß
der am Nordausgang der Stadt gelegenen Burg und zieht mit einem kreisförmigen Grundriss von etwa 400 Metern Durchmesser entlang einer Nord-Süd gerichteten Hauptstraße; das übliche
Gitterschema der Kolonisationsstädte ist dabei nicht streng eingehalten. Die Lage der im 19. Jahrhundert beräumten Stadtmauer ist noch in den Flurbezeichnungen „In den Wällen“,
„Wallstraße“ und „Wallgasse“ bezeugt. Die ursprünglichen zwei Stadteingänge, das im Norden in Richtung Strelitz gelegene „Strelitzer Tor“ und das im Süden in Richtung Zehdenick (bzw.
Berlin) gelegene „Zehdenicker Tor“ (bzw. „Berliner Tor“) sind nicht mehr erhalten. Die militärtopographisch günstige Lage der Stadt – an drei Seiten von Seen und der Havel umgeben –
erlaubte die Absicherung im Westen lediglich über einen Palisadenzaun, der in Höhe der Bahnhofstraße mit einem Schlagbaum – dem „Mühlentor“ – versehen war. Gesicherte archäologische
Erkenntnisse zur Stadtbefestigung und deren Bebauungsumfeld liegen bisher nicht vor. Bei beiden Toren – dem „Strelitzer Tor“ und dem „Zehdenicker Tor“ – handelte es sich um in
Fachwerkbauweise mit Überhaus gefertigte Tore, die u. a. als Zollstation dienten. Mit dem Land Stargard kam Fürstenberg um 1300 in die Hände der Herren von (später: Herzöge zu)
Mecklenburg. Durch den Hamburger Vergleich von 1701 wurde Fürstenberg Teil von Mecklenburg-Strelitz. Im Dreißigjährigen Krieg fanden um Fürstenberg Kämpfe unter Beteiligung schwedischer
Truppen statt. Bei 2008 im Umfeld der Burg Fürstenberg vorgenommenen archäologischen Grabungen wurde ein auf das Jahr 1638 datierter, aus Münzen und Schmuck bestehender Goldschatz
gefunden. Die Münzen, deren jüngste eine Prägung von 1633 war, stammen aus Pommern, Holland, England, Spanien, Venedig und aus dem arabischen Raum. 1638 stellte dieser Goldschatz den
Gegenwert eines Rittergutes dar – auf die heutige Zeit umgerechnet, betrüge sein Wert etwa 600.000 €. Im 20. Jahrhundert erlebte Fürstenberg einen industriellen Aufschwung. Aufgrund der
landschaftlich reizvollen Lage und in Verbindung mit dem zunehmenden Fremdenverkehr entwickelte sich die Stadt zum Luftkurort. Im Jahre 1938 wurde von der SS im heutigen Ortsteil
Ravensbrück ein Konzentrationslager für Frauen, das KZ Ravensbrück, errichtet. 1942 kam das KZ Uckermark als Mädchen-Internierungslager (Jugendschutzhaftlager) hinzu, später noch ein
Männerlager. Bis zur Befreiung am 30. April 1945 kamen hier etwa 20.000 bis 30.000 Menschen ums Leben. In den Jahren 1941/42 wurde in dem Dorf Drögen vor den Toren Fürstenbergs eine
Sicherheitspolizeischule erbaut, in der künftige Angehörige von Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD ausgebildet wurden, die nach dem Vorrücken der Wehrmacht politische Gegner
und Juden in den besetzten Gebieten verfolgen und deportieren bzw. ermorden sollten. Zu den Ausbildern gehörten Beamte der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und Führer des
Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS (SD). Nach Bombardierungen verlagerte das Gestapo-Hauptquartier in Berlin einen Teil seiner Aktenbestände nach Drögen. Rassenbiologische
Experimente und Hinrichtungen wurden dort durchgeführt. 1945 wurde Fürstenberg von der Roten Armee eingenommen und gehörte fortan zur Sowjetischen Besatzungszone und seit 1949 zur
Deutschen Demokratischen Republik. 1950 wurden Fürstenberg und einige umliegende Dörfer im Zuge einer Gebietsbereinigung zugunsten des Landes Brandenburg von Mecklenburg abgetrennt. Seit
der Verwaltungsreform von 1952 gehörte die Stadt zum Kreis Gransee im Bezirk Potsdam. Fürstenberg war Standort der 2. Garde-Panzerarmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in
Deutschland. 1958 stationierte die Sowjetunion hier für kurze Zeit zwei Abschussrampen mit sechs nuklearen Mittelstreckenraketen des Typs R-5. Seit der Neubildung der Länder in der DDR im
Jahre 1990 gehört Fürstenberg wieder zum Land Brandenburg und ist seit 1993 Teil des neugebildeten Landkreises Oberhavel. Die nunmehr russischen Militäreinheiten wurden 1994 in ihre
Heimat abgezogen.
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