Zossen ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg)
Die heutige Stadt entstand im Jahre 2003 durch die Eingemeindung mehrerer Nachbarorte. Zossen ist wie sehr viele Ortschaften in Brandenburg ursprünglich eine slawische Gründung. Es war
im Mittelalter Hauptort einer kleinen Adelsherrschaft (Herrschaft Zossen), die 1490 vom brandenburgischen Markgrafen Johann Cicero erworben und in ein Amt umgewandelt wurde. Das Zentrum
der Stadt Zossen liegt rd. 20 km südlich der Berliner Stadtgrenze an der B 96. Das Stadtgebiet umfasst insgesamt 17.957 ha und grenzt im Norden an das Gebiet der Gemeinde Rangsdorf, im
Nordosten und Osten an die Stadt Mittenwalde, im Südosten an das Amt Schenkenländchen, im Süden an die Stadt Baruth/Mark, im Südwesten an die Gemeinde Am Mellensee, im Westen an die Stadt
Trebbin und im Nordwesten an die Stadt Ludwigsfelde. Der Ortsteil Zossen (mit Gemeindeteil Dabendorf) hat 2.859 ha. Der Nottekanal verläuft mitten durch das Stadtgebiet. Die frühere Burg,
das heutige Schloss Zossen lag auf einer Talsandinsel zwischen zwei Armen der Notte; der südliche Arm ist verlandet und z.T. verfüllt. Wie Urnengrab-Funde nördlich der Weinberge im Jahr
2007 belegen, war das Gebiet um Zossen bereits zur Bronzezeit besiedelt. Der Name Zossen leitet sich vermutlich von der slawischen Bezeichnung für die Kiefer ab (sosny); hiervon leitet
sich das Stadtwappen ab. Urkundlich wird der Ort erstmals 1320 erwähnt als Sossen, Suzozne, Zozne. Die im Nordwesten der Stadt liegende frühdeutsche Burg hatte als Vorgänger
offensichtlich einen slawischen Burgwall in typischer Talinsellage am Notte-Übergang. Nach der Kommunalreform in Preußen von 1808 und der damit einhergehenden Bildung von Gemeinden wurden
1809/1810 die Wohnplätze Kietz und Weinberge zu Zossen eingemeindet. Auf dem Kietz wurde 1885 ein Denkmal für die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/1871 eingeweiht. Durch einen
Anbau wurde 1906 die Schule am Kirchplatz vergrößert. 1875 erhielt Zossen Anschluss an die Berlin-Dresdner Eisenbahn, ebenso lag es an der parallel zu deren Strecke geführten
Militär-Eisenbahn. Auf der letzteren wurden von 1901 bis 1904 zwischen Zossen und Berlin-Marienfelde Schnellfahrtversuche mit elektrischen Lokomotiven und Triebwagen durch die
Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen durchgeführt. Dazu wurde die Strecke neben dem Gleis mit einer mit Drehstrom gespeisten Oberleitung ausgestattet. Ein Triebwagen der AEG
stellte hier mit 210 km/h den damaligen Geschwindigkeitsrekord für Fahrzeuge auf. Zossen war Endpunkt einer der drei südlichen Berliner Vorortbahnen, die am Potsdamer Bahnhof endeten,
genauer am Wannseebahnhof bzw. dem Ring- und Vorortbahnhof, westlich bzw. östlich dem Potsdamer Bahnhof angegliedert, aber den halben Weg zum Landwehrkanal zurückgesetzt. Die Strecke war
nicht Teil der "Großen Elektrisierung" der Berliner Stadt- und Vorortbahnen in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre. Nachdem sie aber durch den Bau der Nordsüd-S-Bahn mit der nördlichen
Vorortstrecke nach Velten über Tegel und Hennigsdorf zu einer Durchmesserlinie durch den 1939 durchgehend in Betrieb gehenden Nord-Süd-Tunnel zusammengeschlossen werden sollte, musste
auch diese Strecke elektrifiziert werden. Zunächst aber wurde die Linie in Papestraße (heute Südkreuz) gebrochen, wo die Fahrgäste zwischen von Dampflokomotiven gezogenen Bahn in eine
elektrische Bahn umsteigen mussten. Die 1961 durch den Bau der Mauer unterbrochene Strecke wurde 1992 nur bis Blankenfelde wiederaufgebaut. Seit 1910 entwickelte sich zwischen Zossen und
Wünsdorf ein großes Militärgebiet. Im Ersten Weltkrieg waren hier im so genannten „Halbmondlager“ muslimische Kriegsgefangene untergebracht, die bei der russischen, britischen und
französischen Armee gekämpft hatten. Diese Gefangenen kamen aus Innerasien, Nord- und Westafrika und Indien. Für sie wurde sogar eine Moschee aus Holz errichtet. Man wollte die Gefangenen
durch gute Behandlung und propagandistische Beeinflussung für die deutsche Seite einnehmen. Fernziel war auch die Auslösung von Aufständen in der moslemischen Welt gegen Deutschlands
Kriegsgegner. Diese Pläne wurden allerdings dann aufgegeben. Im Weinbergelager wurden sonstige französische und russische Kriegsgefangene untergebracht. Nach der Machtergreifung durch die
NSDAP wurden 1933 in Zossen 60 Sozialisten und Kommunisten inhaftiert und auf dem Schulhof am Kirchplatz von SA-Mannschaften misshandelt, die dort ein frühes Konzentrationslager
einrichteten. 32 von ihnen wurden kurze Zeit später in das KZ Oranienburg überführt, darunter Alfred Schulz und Alfred Heintz. Der Diakon Emil Phillip, der schon im Jahr zuvor vor
drohenden Veränderungen der evangelischen Gemeinde gewarnt hatte, wurde auf Betreiben Pastor Eckerts versetzt. Von 1938 bis 1945 hatte das Oberkommando der Wehrmacht sein Hauptquartier in
Zossen (Ortsteil Wünsdorf), zwischen 1939 und 1945 auch das Oberkommando des Heeres. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Militärgelände von den sowjetischen Streitkräften
übernommen, die hier bis 1994 stationiert waren. Seither wird das Gelände zivil genutzt. Mit der Gebietsreform in der DDR wurde Zossen Kreisstadt des neu gebildeten Kreises Zossen,
nachdem es seit 1818 zum Landkreis Teltow gehört hatte. 1994 wurde der Kreis Zossen wieder aufgelöst, seither gehört die Stadt zum Landkreis Teltow-Fläming. 1956 wurde der Stadtpark
angelegt. Nach der Hauptsatzung von 200 ] besteht Zossen aus folgenden Orts- und Gemeindeteilen: Glienick mit Gemeindeteil Werben, Horstfelde (bis 20. Oktober 1937: Dergischow),
Kallinchen, Lindenbrück mit den Gemeindeteilen Funkenmühle und Zesch am See, Nächst Neuendorf, Nunsdorf, Schöneiche, Schünow, Wünsdorf mit den Gemeindeteilen Neuhof und Waldstadt, Zossen
mit Gemeindeteil Dabendorf sowie den Wohnplätzen Ausbau, Buckowbrücke, Schöneicher Plan, Siedlung am Motzener See, Siedlung Horstfelde und Waldsiedlung Dabendorf wurde am 1. Januar 1974
eingemeindet. Am 26. Oktober 2003 vergrößerte sich die Stadt Zossen nach dem Gemeindegebietsreformgesetz vom 24. März 2003 um die Gemeinden Glienick, Kallinchen, Nächst Neuendorf,
Nunsdorf, Schöneiche und Wünsdorf. Das Unternehmen Energiequelle GmbH plant, 2011/12 in der Nähe des Ortsteils Kallinchen 30 Windkraftanlagen von 185 Meter Höhe zu errichten. Dagegen hat
sich eine Bürgerinitiative Freier Wald e. V. gebildet. In dem betroffenen Wald leben mit Rotmilanen und Fledermäusen durch Windräder gefährdete Tierarten. Auch wird eine „Verschandelung
der Landschaft“ befürchtet.
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