Der Siedlungsbereich Waldfrieden (Bernau bei Berlin) ist ein offizieller Stadtteil
... von Bernau bei Berlin. Er erhielt seinen Namen erst im 21. Jahrhundert, als eine Neugliederung des Stadtareals erfolgte, zuvor war es einfach Bernau. Waldfrieden liegt etwa vier
Kilometer nordwestlich des Stadtkerns und ist rundherum von Waldflächen umgeben. Die Besiedlung begann mit dem Bau der Gewerkschaftsschule Bernau in den 1920er Jahren. Weitere
Bereiche mit Gaststätten, einer Forstwirt-Fachschule, Einfamilienhäusern für die Offiziersfamilien der Roten Armee und mit Wochenendgrundstücken kamen in den folgenden Jahrzehnten
hinzu. Seit den späten 1990er Jahren erfolgt eine schrittweise Umnutzung der gut erhaltenen und teilweise denkmalgeschützten Gebäude der Gewerkschaftsschule. Neubauten ergänzen die
Siedlung. Die Streusiedlung befindet sich beidseitig der Landesstraße 204, der Wandlitzer Chaussee. Durch den kreuzenden Straßenzug Fritz-Heckert-Straße – Lanker Straße wird sie in
einen südlichen und einen nördlichen Bereich gegliedert. Vom Stadtzentrum aus beginnt der Stadtteil Bernau-Waldfrieden mit der Autobahnmeisterei Bernau (zu der auch die neuen
Rastanlagen auf der A 11 „Ladeburger Heide“ gehören). Dem schließen sich der umfangreiche Schulkomplex Hannes-Meyer-Campus und eine kleine Gewerbefläche an. Die Schulen und
Gewerbebauten gruppieren sich um die Hanns-Wittwer- und die Franz-Mehring-Straße. Südwestwärts gibt es den Gebäudekomplex einer als Waldarbeitsschule entstandenen
Sondernutzungseinheit – über die Lanker Straße von der Wandlitzer Chaussee erreichbar – und einen Siedlungsbereich mit Wohnvillen und Erschließungsstraßen. Überregional bekannt ist
die Ausflugsgaststätte Waldkater direkt an der Wandlitzer Chaussee in diesem Stadtteil. Die Fläche umfasst grob geschätzt 1,8 km²; sie lässt sich nicht exakt angeben, da zwischen den
genannten Bereichen Grünflächen liegen, die zum Naturpark Barnim bzw. dem Bernauer Forst gehören. Hannes-Meyer-Campus: Der Bauhaus-Architekt Hannes Meyer errichtete zwischen 1928 und
1930 nach seinen Plänen auf einer vorher unbebauten Fläche in der Nähe der deutschen Hauptstadt eine gewerkschaftliche Bildungseinrichtung. Es entstand die Gewerkschaftsschule Bernau,
die in den 1950er Jahren baulich erweitert wurde und danach als Gewerkschafts-Hochschule fungierte. Das schrittweise entstandene Gebäudeensemble steht seit 1977 unter Denkmalschutz.
Die heutige Namensgebung des gesamten Areals erfolgte mit der Totalsanierung und dem Eigentümerwechsel der Anlage zum Ende des 20. Jahrhunderts. Wichtige Bildungseinrichtungen sind
das am 7. September 1998 eröffnete Barnim Gymnasium, auf dem heute rund 700 Schüler lernen, und das Oberstufenzentrum Barnim I, das seit 2004 in verschiedenen sozialen und
kaufmännischen Berufen ausbildet. Auf dem Campus gibt es neben den zahlreichen Schul- und Sozialgebäuden ein wenig bekanntes Freibad (Fritz-Heckert-Straße) mit einem
50-m-Schwimmbecken, einem 3-m-Sprungturm, einem separaten Nichtschwimmerbecken und einem Umkleidegebäude. Diese Sportstätte wird seit etwa 2009 schrittweise saniert. Die
Wiedereröffnung ist frühestens im Jahr 2013 geplant. Im Zusammenhang mit den Studenten und Schülern der Gewerkschaftshochschule bildete sich 1951 die Hochschulsportgemeinschaft
Wissenschaft Bernau, aus der später der Sportverein (SV) Bernau Waldfrieden 1951 e.V. entstand. Er hat sein Koordinierungsbüro im ehemaligen Wachthaus der ADGB. Aktuell (Stand Ende
2011) bietet er seinen Mitgliedern 12 Volkssportarten, darunter Volleyball, Fußball, Gymnastik, Billardkegeln oder Winterschwimmen. Die Waldarbeitsschule: Die Schule mit zugehörigen
Sozialgebäuden (Kantine, Internat) wurde 1952/53 erbaut und im Jahr 1954 eröffnet. Sie widmete sich der intensiven und naturnahen Ausbildung von Wald- und Forstarbeitern. In den
späten 1970er Jahren wurde ein separater Ergänzungsbau errichtet. Anlässlich des Jubiläums (2004) wurde informiert, dass hier seit 1954 mehr als 3800 Personen ihren Abschluss
erwarben.[7] Nach Beschlüssen des Landes Brandenburg als Grundeigentümer wurde die Ausbildung von Forstfachleuten hier eingestellt, stattdessen haben sich in den verschiedenen
Gebäudeteilen einige Verwaltungen (wie vorübergehend die Naturparkverwaltung Barnim, bis der Neubau im Zusammenhang mit dem Agrarmuseum Wandlitz fertiggestellt sein wird), eine
Waldsauna, eine Filiale der Jagdschule Barnim, die Oberförsterei Liepnitz und die Waldschule „Kienappel“ eingerichtet. Aus der Zeit der Forstfachschule sind einige Gestaltungselemente
im Inneren erhalten. Weitere Einrichtungen in Bernau-Waldfrieden: Ein größerer Betrieb befindet sich ebenfalls hier, die Kunststoffe Bernau GmbH (Wandlitzer Chaussee 54),
hervorgegangen aus dem VEB Schichtpressstoffwerk Bernau, das nach der Wende von der Firma Degussa/Hüls gekauft und nach dessen Aus als Management-Buy-out von zwei ehemaligen
Mitarbeitern übernommen wurde. Die Stadtwerke Bernau betreiben für die Wärme- und Energieversorgung der Einrichtungen vor Ort das Blockheizkraftwerk (BHKW) II. Seit Ende der 1990er
Jahre nutzen drei Landeseinrichtungen ein kernsaniertes ehemaliges Internat. Das dreigliederige Gebäude beherbergt die Autobahnpolizeiwache (seit 2007), die vorher in Eberswalde
stationiert war. Der westliche Flügel des Gebäudes dient dem Landesjugendamt und der östliche dem Brandenburgischen Landesbetrieb für 'Haus Waldfrieden: In einem Bau aus dem Jahr 1960
in der Lanker Straße 26[15] ist das 'Haus Waldfrieden' des Seniorenheims „Regine Hildebrandt“ zu finden, das damit das älteste Pflegeheim der Stadt ist. Zu dieser Einrichtung kam nach
der Wende im Bernauer Zentrum ein Neubau hinzu. Direkt an der Wandlitzer Chaussee (Nr. 41) wurde in früheren Gebäuden auf einem abgegrenzten Gelände das Bildungs- und
Innovationszentrum Waldfrieden (BIZWA), betrieben von der Handwerkskammer Berlin, eingerichtet. Hier besteht eine Ausbildungsstätte der Fachschule für Kfz-Technik Bernau. Zwölf
amtlich gewidmete Straßen und eine namenlose Straße erschließen das Gebiet Waldfrieden. Die im Wohngebiet vorhandenen Straßen orientieren sich am Namen des Stadtteils, beispielsweise
Am Hasensprung, Am Amselhorst, Am Wildwechsel, Am Falkensteg, Dohlensteg, Am Finkenhain, Am Rehpfad, An der Wildbahn. Über die Landesstraße 204 und die Bundesstraße 273 ist der
Stadtteil über die Bundesautobahn 11 mittels zweier Anschlüsse erreichbar. Die Omnibuslinien 894 und 903 verbinden Waldfrieden mit Wandlitz oder mit Bernau und über die S-Bahn oder
Regionalbahn mit Berlin. Ein zu Beginn des 21. Jahrhunderts eingerichteter Kreisverkehr markiert die Zufahrten zum Campus und zum Sondernutzungsgebiet.
Dieser Text basiert auf dem freien Enzyklopädie Wikipedia-Artikel über diesen Ort. Waldfrieden (Bernau)