Oranienburg ist die Kreisstadt des Landkreises Oberhavel im Land Brandenburg
... (Deutschland). Die Stadt liegt an der Havel ca. 35 Kilometer nördlich des Stadtzentrums der Bundeshauptstadt Berlin. Seit dem 1. Januar 2011 hat sie den Status einer Großen
kreisangehörigen Stadt. Die Stadt Oranienburg besteht aus den folgenden Ortsteilen: Friedrichsthal, Germendorf, Lehnitz, Malz, Oranienburg, Sachsenhausen, Schmachtenhagen, Wensickendorf,
Zehlendorf. Im August 1945 wurde das sowjetische Speziallager Nr. 7 von Weesow auf des Gelände des ehemaligen KZ Sachsenhausen verlegt. In einem weiteren vom Speziallager isolierten
Bereich auf demselben Gelände wurden SMT-Verurteilte festgehalten. Von den insgesamt etwa 60.000 Inhaftierten starben bis zur Schließung der Lager im Jahr 1950 etwa 12.000 Menschen. Am
23. April 1952 wurde Oranienburg Kreisstadt des neu gebildeten gleichnamigen Kreises. Im Zuge der Kreisgebietsreform im Jahr 1993 wurde Oranienburg Kreisstadt des neuen Landkreises
Oberhavel, in dem die Kreise Oranienburg und Gransee aufgingen. Im Schloss Oranienburg befand sich bis 1990 eine Kaserne der Grenztruppen der DDR. Oranienburg war auch bis 1990 Standort
des Mot-Schützenregiments 1 der 1. motorisierten Schützendivision. Nach-Wende-Zeit: Seit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Gewerbe neu angesiedelt, Wohnviertel neu gebaut und
grundlegend saniert, Straßen, Fuß- und Radwege neu angelegt. Eine Mischung aus alten und neuen Wohn- und Geschäftshäusern prägt das historisch gewachsene Stadtbild. Neben der
Stadtverwaltung beherbergt das inzwischen sanierte Schloss ein renommiertes Museum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie das Regionalmuseum des Landkreises
Oberhavel. Im Zuge der Vorbereitung auf die Landesgartenschau (LaGa) im Jahr 2009 wurde das Schlossumfeld vollständig umgestaltet.Seit dem 1. April 1974 gehört Sachsenhausen zur Stadt
Oranienburg. Am 26. Oktober 2003 wurden Friedrichsthal, Germendorf, Lehnitz, Malz, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf eingemeindet. Industrie: In Oranienburg befindet sich eine
Niederlassung der Takeda Pharmaceutical Company (vormals Nycomed AG), ein Pharmaziebetrieb, der nach der Wende grundlegend saniert wurde und jetzt die Produktion und den Verkauf
pharmazeutischer Produkte sowie deren Entwicklung und damit zusammenhängende Dienstleistungen betreibt. Im neuen Gewerbepark Nord ist die ORAFOL Europe GmbH als mittelständisches
Unternehmen angesiedelt, das sich mit der Entwicklung und Produktion selbstklebender Spezialerzeugnisse beschäftigt. Das Unternehmen, in dem über 700 Mitarbeiter tätig sind, exportiert in
mehr als 70 Länder und ist auf diesem Gebiet Weltmarktführer. Das dänische Unternehmen Genan (Altreifenrecycling), der Hersteller von Kunststoffprodukten Plastimat sowie die französische
Firma Pneu Laurent (Reifenherstellung) prägen maßgeblich die wirtschaftliche Basis der Stadt. Seit Herbst 2011 befindet sich im Gewerbegebiet Süd ein Logistikzentrum der Rewegruppe mit
mehr als 500 Beschäftigten. Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Verkehr: Der Bahnhof Oranienburg liegt an der Hauptstrecke
Berlin–Stralsund/Rostock (Berliner Nordbahn). Mit dem stündlich verkehrenden Regionalexpress ist das Zentrum Berlins in weniger als einer halben Stunde erreichbar. An dieser Strecke liegt
auch der Regionalbahnhof des Ortsteils Sachsenhausen. Die Ortsteile Schmachtenhagen und Wensickendorf sind über die Heidekrautbahn nach Berlin-Karow angebunden. Die Nebenstrecken nach
Kremmen (Teil der Umgehungsbahn) und Velten sind stillgelegt und teilweise abgebaut. Die Linie S1 der Berliner S-Bahn hält in Lehnitz und endet im Bahnhof Oranienburg. Durch die Stadt
führt in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 273. Die Bundesstraße 96 führt auf einer vierspurigen Umgehungsstrecke westlich an Oranienburg vorbei. Am südlichen Stadtrand von Oranienburg
verläuft die Bundesautobahn 10 (Berliner Ring) mit der Anschlussstelle Birkenwerder und dem Autobahndreieck Kreuz Oranienburg. Die wichtigsten Wasserstraßen sind der Oder-Havel-Kanal, der
Oranienburger Kanal, der Ruppiner Kanal und die Havel. Der Radfernweg Berlin-Kopenhagen durchquert die Stadt auf der Strecke Lehnitz–Oranienburg–Friedrichsthal–Bernöwe. Die Stadt liegt an
der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route. Medien: In Oranienburg erscheinen als Tageszeitungen der Oranienburger Generalanzeiger und eine Lokalausgabe der Märkischen
Allgemeinen. Im Ortsteil Zehlendorf befindet sich eine große Rundfunksendeanlage für LW, MW und UKW mit einem der leistungsstärksten Langwellen-Sender Europas. Von März 2005 bis 2009
sendete aus der T.U.R.M. Erlebniscity der Radiosender oldiestar* ein Rundfunkprogramm für Brandenburg und Berlin. Über das Kabelnetz informiert der lokale Fernsehsender OHV-TV aus der
Region. Oranienburg richtete unter dem Motto „Traumlandschaften einer Kurfürstin“ die vierte brandenburgische Landesgartenschau 2009 aus. Geöffnet war die Landesgartenschau vom 25. April
2009 bis zum 18. Oktober 2009. Im Ergebnis der Umgestaltung der Militärbrache hinter dem Barockschloss zu einer Parkanlage mit dem neu angelegten Schlosshafen und der Havelpromenade wird
die historische Mitte Oranienburgs städtebaulich umfassend aufgewertet. Dazu wurde außerdem die Straßenführung im Bereich der neu gebauten Schlossbrücke, die die bis 1901 genutzte
Brückentrasse wieder aufnimmt, geändert, um dem Schloßplatz seine zentrale Bedeutung zurückzugeben. Gleichzeitig wurde mit dem Bau der Nehringstraße zwischen Schloss und Landratsamt eine
bisher fehlende dritte Achse geschaffen, mit der dem barocken Stadtgrundriss Rechnung getragen wird. Zahlreiche Ruinengrundstücke und Liegenschaften, auf denen sich Bauten der vergangenen
Jahrzehnte befanden (z. B. das ehemalige DDR-Staatsbankgebäude am Schloßplatz), wurden von der Stadt Oranienburg angekauft, um die städtebaulichen Missstände zu beseitigen. An der
Berliner Straße wurde in diesem Zusammenhang ein Wohnblock, die sogenannte „Schallmauer“, abgerissen. Dort wird ein kleiner Park angelegt, mit dem sich die Aufenthaltsqualität in der
Mittelstadt weiter verbessern soll. Inhaltlich und gestalterisch wird auf das erste deutsche Hörspiel im Rundfunk Bezug genommen. Es behandelte die Rettung von Teilnehmern der
gescheiterten Nordpolexpedition Umberto Nobiles mit dem Luftschiff Italia und stammt von Friedrich Wolf, der seine letzten Lebensjahre im Oranienburger Ortsteil Lehnitz verbrachte.
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