Letschin ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland
... in Brandenburg. Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand erst 2003 durch den Zusammenschluss von elf ehemals selbständigen Gemeinden, die sich bereits vorher zum Amt Letschin
zusammengeschlossen hatten. Die Gemeinde Letschin liegt im Oderbruch und grenzt im Nordwesten und Norden an das Amt Barnim-Oderbruch, im Osten an Polen, im Südosten und Süden an das Amt
Golzow und die amtsfreie Stadt Seelow, und im Südwesten und Westen an das Amt Neuhardenberg. Die Gemeinde Letschin gliedert sich nach der Hauptsatzung in zehn Ortsteile: Gieshof-Zelliner
Loose, Groß Neuendorf, Kiehnwerder mit den bewohnten Gemeindeteilen Kiehnwerder und Neu Rosenthal, Kienitz mit den bewohnten Gemeindeteilen Kienitz und Kienitz/Nord, Letschin, mit den
bewohnten Gemeindeteilen Forstacker, Letschin, Solikante und Wilhelmsaue, Neubarnim, Ortwig mit den bewohnten Gemeindeteilen Ortwig und Ortwig Graben, Sietzing mit den bewohnten
Gemeindeteilen Klein Neuendorf, Posedin und Sietzing, Sophienthal mit den bewohnten Gemeindeteilen Sophienthal, Sydowswiese und Rehfeld, Steintoch mit den bewohnten Gemeindeteilen
Steintoch, Voßberg und Wollup. Dazu kommen noch die Wohnplätze: Ausbau, Basta, Bieruthof, Busch, Drei Kronen, Fuchsberge, Fuchsberge Ausbau, Gieshof, Graben, Groß Neuendorfer Loose,
Kienitzer Loose, Kruschke, Letschiner Loose, Louisenhof, Neubarnimer Ausbau, Ortwiger Loose, Prenkeberg, Spadille, Vorwerk Mehrin, Wilhelmsauer Loose und Zelliner Loose. Der Ort Letschin
wurde 1336 erstmals urkundlich erwähnt. Als ursprünglich rein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, das mit Frondiensten, Kriegen und Überschwemmungen zu kämpfen hatte, entwickelte sich
Letschin zu einer Gemeinde von überörtlicher Bedeutung. Es siedelten sich Händler und Handwerker an. Johann Gottlieb Koppes führte den Anbau von Zuckerrüben ein und errichtete eine
Zuckerfabrik. Somit hatten die Bauern ein stabiles Einkommen, was sich positiv auf Letschin auswirkte. Es wurden Chausseen gebaut und Bahnlinien nach Wriezen, Seelow, Frankfurt (Oder)
sowie Eberswalde eröffnet. Letschin erhielt 1863 die Marktgerechtigkeit und erhielt kleinstädtischen Charakter mit Geschäften, Gaststätten, Hotels, Festsälen, Schulen und einer Druckerei.
1905 errichtete die Gemeinde für König Friedrich II. von Preußen als Dank für die von ihm veranlasste Trockenlegung des Oderbruchs ein Denkmal nach Entwurf von Hans Weddo von Glümer. Nach
dem Zweiten Weltkrieg wurde das Standbild von Einheimischen vor dem Einschmelzen gerettet und eingelagert. 1990 wurde es wieder aufgestellt. Da der Ort in der Hauptkampffrontlinie zur
Eroberung von Berlin im Zweiten Weltkrieg lag, wurde er im April 1945 stark zerstört. Wohngebäude, Betriebe und Geschäfte sowie das Schiff der evangelischen Kirche fielen den
Kampfhandlungen zum Opfer. Während Letschin Teil des Landkreises Lebus war, gehörte der heutige Ortsteil Zelliner Loose bis 1945 zur Neumark, die seitdem weitestgehend zu Polen gehört.
Die Gemeinden Solikante und Wilhelmsaue wurden am 1. Februar 1974 eingegliedert. Sophienthal und Steintoch gehören seit dem 31. Dezember 1997 zur Gemeinde Letschin. Am 26. Oktober 2003
folgten die Gemeinden des ehemaligen Amtes Letschin Gieshof-Zelliner Loose, Groß Neuendorf, Kiehnwerder, Kienitz, Neubarnim, Ortwig und Sietzing.
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