Gosen-Neu Zittau ist eine amtsangehörige Gemeinde im brandenburgischen Landkreis
... Oder-Spree, nahe Berlin. Neu Zittau liegt direkt an der Spree, nahe am Oder-Spree-Kanal. In unmittelbarer Nähe liegt der Stahlberg mit 86 m.ü. NN. Nachbargemeinden: Erkner, Königs
Wusterhausen, Spreenhagen, Berlin. Gemeindegliederung: Gosen, Neu Zittau, Burig und Steinfurt. Geschichte: Gemeindebildung: Die Gemeinden Gosen und Neu Zittau wurden am 26. Oktober 2003
im Rahmen der Gemeindegebietsreform Brandenburgs zwangsweise zusammengeschlossen. Am 24. Juni 2004 stellte das Landesverfassungsgericht Brandenburg Unregelmäßigkeiten bei der Fusion fest.
Obwohl sie unter Verletzung der Brandenburger Verfassung zustande gekommen ist, wurde sie vom Gericht nicht aufgehoben. Dem Gesetzgeber wurde eine Frist bis zum 1. Januar 2006 gegeben,
die Verfassungsmäßheit der Fusion herzustellen. Bisherige Bürgermeister in Gosen: 1990 bis 1991: Rainer Stockfisch, 1992 bis jetzt: Horst Buch, Bisherige Bürgermeister in Neu Zittau, seit
2003: auch für Neu Zittau: Horst Buch. Die Gründung vom Ortsteil Neu Zittau: Friedrich II. von Preußen wollte sein durch Kriege stark gepeinigtes Land wieder aufbauen und sagte: „Warum
soll man teuer Rohstoffe von außerhalb kaufen, wenn man sie billiger im eigenen Land produzieren kann?“ Einer dieser begehrten Rohstoffe war Wolle. Und so ließ Friedrich einige Dörfer in
der Nähe von Berlin gründen, in denen sich Feinspinner aus Sachsen niederlassen sollten, um Wolle für die Wollgroßmanufakturen in Berlin zu spinnen. Am 19. August 1751 wurde dem König der
Plan für ein Spinnerdorf in der Nähe von Wernsdorf unterbreitet. Der Name Neu Zittau tauchte erstmals am 22. Dezember 1751 auf. Geplant war ein Dorf aus 50 Doppelhäusern für 100 Familien,
ein Schulzengericht, ein Krug und eine Mühle. Für den Bau des Dorfes wurden dann 11.000 Reichstaler zur Verfügung gestellt. Die ersten Häuser wurden im August 1752 fertiggestellt, und es
kamen die ersten Familien in Neu Zittau an. Alle Häuser waren im darauf folgenden Jahr fertig, und mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde vom 16. Mai 1753 durch Friedrich II. war Neu
Zittau offiziell gegründet. Neu Zittau hat seinen Namen, da viele Siedler aus der Nähe von Zittau in Sachsen angesiedelt werden sollten. Tatsächlich kamen aber nur zwei Familien aus
dieser Gegend. Wirtschaft im Ortsteil Neu Zittau: Der Hauptwirtschaftszweig in Neu Zittau sollte die Wollspinnerei sein. Dazu wurden die angesiedelten Feinspinner mit Wolle der
Wollweberei „Wegely und Söhne“ aus Berlin beliefert. Die Neu Zittauer sollten nun Garne spinnen und diese wieder der Firma Wegely zurückliefern. Da die meisten aber nur mittlere und grobe
Garne spinnen konnten, jedoch feine erwünscht waren, konnte man von der Spinnerei kaum leben. Selbst ein fleißiger Spinner brachte es wöchentlich auf höchstens 16–20 Groschen. Da zum Ende
des 18. Jahrhunderts durch Krankheiten der Seidenraupen die Seidenindustrie stark zurückgegangen war, mussten sich die Neu Zittauer eine einträchtigere Erwerbsquelle suchen. Die große
Zeit der Schifffahrt begann. Da die Wasserstraße direkt am Ort vorbeiführte und die Spree damals mehr Wasser führte als heute, wurde aus dem Spinnerdorf ein Schifferdorf. Bereits 1768 gab
es sechs Schiffer, 1803 waren es 17 und zwischen 1850 und 1900 waren es mehr als 100 Schiffer. Die Neu Zittauer Schiffer zählte man zu den Güterschiffern. Es wurden Rüdersdorfer
Kalksteine nach Berlin, oder Kohlen, Blei und Zink von Breslau nach Berlin transportiert. Durch die Schifffahrt kam Neu Zittau zu einigem Wohlstand und es wurden größere und schönere
Häuser gebaut, von denen heute einige noch stehen. Im Jahre 1806 wurde ein Schifferverein gegründet. Dieser wurde bald in Schiffergeselligkeitsverein umbenannt und jeder aus dem Dorf
betrachtete es als Pflicht Mitglied zu sein. Am 25. März 1889 wurde eine Schiffer-Innung mit 67 Mitgliedern aus Neu Zittau, Gosen, Wernsdorf und Freienbrink gegründet. Später kamen
weitere Schiffer dazu, sodass die Innung 1906 bereits 130 Mitglieder zählte. Im Jahre 1897 wurde eine Schifferschule gegründet, in der man das Schifferpatent erlangen konnte. Diese Schule
erlangte eine so große Berühmtheit, dass sogar Schiffer aus dem Rheinland ihr Patent hier ablegten. Später versandete der Lauf der Spree immer stärker und die Schifferei verlagerte sich
nach Wernsdorf, was durch den Bau des Oder-Spree-Kanals (1887–1891) begünstigt wurde. Am 1. April 1935 wurde die Innung aufgelöst, da freie Innungen im dritten Reich nicht mehr existieren
durften. Am Ende hatte sie noch 70 Mitglieder. Heute gibt es keine Schifffahrt mehr in Neu Zittau, aber dafür ein vielfältiges Angebot von Dienstleistungsunternehmen. Die Palette reicht
vom Böttchermeister über Bäcker und Blumenladen bis hin zu Reiterhöfen, Pensionen und vielen Gaststätten.
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