Blumberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Ahrensfelde
... direkt östlich von Berlin gelegen. Es liegt an der Bundesstraße 158 und am Berliner Ring. Der Ort hat heute ca. 2500 Einwohner. Blumberg war seit etwa 1237 Tafelgut der Brandenburger
Bischöfe und sollte im Verlauf der weiteren Besiedlung städtische Funktionen übernehmen. Darauf verweist die Bezeichnung Oppidum in alten Urkunden, daraus wird bald oppidulo, eine
Verkleinerungsform von oppidum. Der Ortsname taucht 1253 zum ersten Mal in einer der Urkunden zur Stadt Frankfurt (Oder) auf. In dieser Urkunde wird ein Theodericus von Blumenberch
genannt, der Bevollmächtigter der Brandenburger war und wohl mit der Besiedlung des Blumberger Tafelguts beauftragt war. Blumberg blieb bis ins 16. Jahrhundert im Besitz der Bischöfe von
Brandenburg. Noch vor der Einführung der Reformation in Brandenburg und der damit drohenden Säkularisation ihres Besitzes in Blumberg, veräußerten sie ihn. Blumberg kam in den Besitz des
Kurfürsten, der ihn jedoch sehr bald an Hans von Krummensee weiterverkaufte. Blumberg wird nur noch „stediken“, später „flegken“ oder „Rittergut“ genannt. Seine weitere Entwicklung als
Stadt war damit abgebrochen bzw. verhindert. Hans von Krummensee verkaufte 1602 den Ort allerdings schon wieder an den kurfürstlich-brandenburgischen Kanzler Hans von Löben, der dort ein
Jahr später ein Schloss erbaute. Der Ort litt sehr unter dem Dreißigjährigen Krieg; bis 1644 wird Blumberg noch in allen Lehnbriefen ein „Städtlein“ genannt, danach nur noch als „Lehn-
und Rittergut“. Für Blumberg meldet der Landreiter im Jahr 1652 nur noch 17 Bauern mit 9 Knechten und 2 Söhnen, 12 Kossäten und den Pfarrer. Ab 1654 verwaltete die Witwe des Kanzlers und
von 1667 bis 1681 ihre Tochter Anna Elisabeth von Burgsdorff den Ort. Ihre Bilder sind in der Kirche zu sehen. 1681 vererbte Anna Elisabeth unter Umgehung ihrer Tochter Margarethe
Catharina, die sich von ihrem zweiten Ehemann scheiden ließ und einen französischen Baron heiratete, den Ort an ihren Enkel, den bekannten Diplomaten und Dichter Friedrich Freiherr von
Canitz. Teile des Ortes und das Schloss wurden am 21. März 1695 Opfer eines Großbrandes, die Kirche blieb unbeschädigt, nicht jedoch das daneben stehende Pfarrhaus. Freiherr von Canitz
starb im August 1699, sein einziger Sohn nur sechs Wochen später. Erbe wurde der Stiefbruder seiner ersten Gemahlin, Philipp Ludwig Freiherr von Canstein. Dieser fiel 1708 im Spanischen
Erbfolgekrieg und seine Witwe und Erbin, Ehrengard Maria geb. von der Schulenburg, ließ in der Dorfkirche ihm zu Ehren ein kunstvolles Epitaph anbringen. Ehrengard Maria heiratete bald
darauf in dritter Ehe Busso von Hagen und Frau General-Feldt-Marschall-Lieutenantin von Hagen war für vierzig Jahre Besitzerin von Blumberg, Eiche und Hellersdorf. Sie erwies sich als
große Wohltäterin und begründete in Blumberg das Prediger-Witwenhaus und eine Kirchenbibliothek. In ihrer Zeit bekam die Blumberger Kirche eine Orgel und 1724 wurde an der Südseite ein
Anbau mit Patronatsloge angefügt. 1748 starb sie im Alter von 83 Jahren, sehenswert ist ihr lebensgroßes Porträt, das 1730 von Emanuel Dubuisson in Öl auf Kupfer gemalt wurde. Da
Ehrengard Maria von Hagen keine Nachkommen hinterließ, wurden die Besitzungen unter den Söhnen ihres Bruders aufgeteilt. Friedrich Wilhelm von der Schulenburg erhielt Blumberg, Carl von
der Schulenburg Eiche und Hellersdorf. Im Siebenjährigen Krieg wurde Blumberg 1760, wie viele Dörfer der Umgebung, von russischen Truppen geplündert. „Die Bewohner wurden drangsaliert und
wertvolle Kirchengegenstände gestohlen.“ Alexander Friedrich Georg von der Schulenburg folgte 1764 dem Vater als einziger Sohn, er ließ Straßenbäume pflanzen und Schonungen anlegen. 1767
starben 13 Menschen, vorwiegend Kinder, an den Pocken. 1769 verfügte Freiherr von der Schulenburg, „dass niemand seiner Untertanen befugt sei auf der Heerstraße nach Berlin oder Seefeld
zu fahren. Des Weiteren, wer sich an den angepflanzten Bäumen vergreife bzw. deren Stützpfähle stehle, der solle mit einer Geldstrafe oder achtstündigem Einsperren in den Spanischen
Mantel oder dem Tragen der Schandgeige bestraft werden.“ Der einzige Sohn, Alexander Christian Carl Albrecht, seit 1790 im Besitz von Blumberg, verkaufte 1805 seine sämtlichen Güter an
den Präsidenten und Ritterschaftsdirektor Carl Friedrich von Goldbeck, der auch Eiche und Mehrow in seinen Besitz brachte. Das Grabmal seines Vaters Heinrich Julius von Goldbeck und
seiner Mutter ist in der Dorfkirche als Sehenswürdigkeit erhalten geblieben Kurz zuvor, im Jahr 1801, wurde der erste Abschnitt (bis Werneuchen) der Berlin-Stettiner Chaussee eröffnet. Es
wurden Chausseegebühren erhoben (Vorgänger der Maut) und dafür das noch erhaltene Blumberger Chausseehaus errichtet, es ist eines der wenigen Beispiele von Chausseehäusern der ersten
Generation (1794–1806). „1812 erhielten 17 Blumberger Bauern den Hof bzw. Land gegen eine Geldentschädigung bzw. ein jährliches Dienstgeld zu vollem Eigentum, sie können setdem frei und
wirtschaftlich selbständig handeln.“ 1813 wurde Otto von Arnim-Suckow als erster deutscher Kriegsfreiwilliger durch einen Posten der französischen Truppen am Ortseingang von Blumberg
erschossen. Das 1913 eingeweihte Denkmal im Schlosspark erinnert daran. 1823 ließ von Goldbeck das Vorwerk Elisenau einrichten, das nach seiner Tochter Elise benannt wurde. 1836 erwarb
Graf Friedrich Ludwig von Arnim (Boitzenburger Linie) für 146.000 Taler den Ort. Er ließ das Vorgängerschloss nach den Plänen Karl Friedrich Schinkels oder eher Friedrich August Stülers
umbauen, ebenso ließ er den aus dem 17. Jahrhundert stammenden barocken Park nach Plänen Peter Joseph Lennés umgestalten. Das Schloss wurde zuletzt um 1910 im englischen Landhausstil
umgebaut. 1878 erhielt Blumberg ein Postamt mit direkter Telefonverbindung nach Bernau und Werneuchen. 1895 begann der Bau der Bahnlinie von Lichtenberg nach Wriezen, die Wriezener Bahn,
und bereits 1898 war die Strecke fertiggestellt. Bis zum Bahnanschluss verkehrte von Blumberg ein Pferde-Omnibus zum Königstor (Berlin) der morgens eine Hin- und abends eine Rückfahrt
ermöglichte. 1901 wurde die Freiwillige Feuerwehr Blumberg gegründet. 1904 wurde der Revierförster Hugo Strempel von einem Wilderer aus Berlin erschossen. Ein Stein im Rehhahn erinnert an
ihn. Im Jahr 1910 stiegen Einbrecher in die Blumberger Kirche ein und raubten u.a. im Grabgewölbe die Särge der Familie von Arnim aus. Die Räuber wurden zu fünf Jahren Zuchthaus bzw. vier
Jahren Gefängnis verurteilt. 1913 wurde der Umbau des Schlosses abgeschlossen, dem der markante Turm zum Opfer fiel. 1927 wurde im Blumberger Schloss und Park unter der Regie von Richard
Eichberg der Film „Die Leibeigenen“ gedreht mit Heinrich George. 1931 starb Adolf Graf von Arnim, der letzte Blumberger Rittergutsbesitzer. Das Gut wurde kurz darauf an die Gemeinnützige
Siedlungs- und Treuhandgesellschaft verkauft und im Folgejahr in der Matrikel der Rittergüter des Kreises Niederbarnim gelöscht. Im Jahr 1935 kam das Schloss und sein Parkgelände in den
Besitz der Nationalsozialisten. Es diente bis 1944 dem NSV-Reichsseminar, wurde dann von der Wehrmacht genutzt, was schließlich nach dem Einzug der Roten Armee am 20./21. April 1945 sein
Ende bedeutete. Es wurde zerstört und die Ruinen später abgerissen. Im Sommer des Jahres 1958 wütete ein Wirbelsturm in Blumberg, der Hochspannungsmasten knickte, Dächer von Feldscheunen
bis zu 100 Meter weit schleuderte und viele der alten Eichen am Hauptweg des Schlossparks beschädigte und umwarf. Am 26. Oktober 2003 wurde Blumberg in die neue Gemeinde
Ahrensfelde-Blumberg eingegliedert, die am 1. Oktober 2004 in Ahrensfelde umbenannt wurde. Das Wappen ist mit einem silbernen Faden in Grün und Rot geteilt. Oben wachsen vier goldene
Blumen aus dem zum Berg gewölbten Schildfuß. Im Schildfuß liegen zwei gekreuzte silberne Schlüssel mit einer Vierpassreite, deren Bärte mit Kreuzeinschnitt nach rechts zeigen. Die vier
Blumen versinnbildlichen den Namen des Ortes und stehen stellvertretend für die Ortsteile Dorf, Gut, Elisenau und Schlossparksiedlung. Die beiden Schlüssel, als Petrusschlüssel Zeichen
des Bistums Brandenburg, verweisen auf die Geschichte Blumbergs als Bistumsbesitz. Blumberg führt das Wappen, gestaltet von dem Erfurter Heraldiker Frank Diemar, erst seit dem Jahr 2006.
Es ist im „Stufensaal“ des Ortes zu sehen. Theodor Fontane setzte der Gemeinde in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Band 4) ein Denkmal, in denen er vor allem die Geschichte des
Ortes und deren Familien niederschrieb und dabei auch eine detaillierte Beschreibung der Ortskirche lieferte. Der östlich des Ortszentrums gelegene und nur noch in Teilen erhaltene
Schlosspark wurde nach Plänen von Peter Joseph Lenné angelegt. Im Schlosspark befindet sich der ehemalige Schloss-See mit einer Insel, die bis in die 1960er Jahre über eine Holzbrücke
erreichbar war. Der See war bis ca. 1965 noch als Badesee nutzbar. Während der DDR-Zeit wurde er nicht mehr gepflegt und verlandete. In der Südwestecke war das so genannte Steinbassin'
mit dem Abfluss in den Schleuse-Graben.
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