Basdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Wandlitz
Die Gemeinde gehört zum Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg. Bis zum Jahr 2003 war Basdorf eine selbstständige Gemeinde innerhalb des Amtes Wandlitz. Ende 2013 lebten im Wandlitzer
Ortsteil Basdorf 5423 Einwohner. Basdorf befindet sich auf dem westlichen Teil der Barnim-Hochfläche, dem Niederbarnim. Die Höhe über Normalhöhennull (NHN) nimmt von Süd nach Nord leicht
ab. Der höchste Punkt mit 69,3 Meter über NHN liegt an der südwestlichen Grenze zur Gemeinde Mühlenbecker Land im Landkreis Oberhavel. Mit 52,5 Metern über NHN ist der nordwestliche
Grenzgraben zur Zühlsdorfer Siedlung Fuchswinkel, die auch zum Mühlenbecker Land gehört, der niedrigste Punkt des Ortes. Die Höhe der alten Ortsmitte an der Kirche beträgt 58 Meter, die
des neuen Zentrums am Markt 64 Meter über NHN. An der Chaussee Richtung Prenzlau liegt das alte Zentrum Basdorfs mit der Dorfkirche etwa 8,5 km nördlich der Berliner Stadtgrenze direkt an
der Bundesstraße 109. Der Bahnhof der Regionalbahnlinie RB 27, auch Heidekrautbahn genannt, befindet sich ca. einen Kilometer südlich der Kirche in Richtung Berlin. Angrenzende Gemeinden
sind im Nordosten die Stadt Bernau mit dem Stadtteil Waldsiedlung, im Westen die Gemeinde Mühlenbecker Land mit dem Ortsteil Zühlsdorf. Die nördliche Ortsteilgrenze zum Ortsteil Wandlitz
der Großgemeinde Wandlitz liegt etwa 400 Meter hinter dem Basdorfer Friedhof an der B 109. Die Straßenbebauung der beiden Ortsteile geht hier ineinander über. Südöstlich und südlich
bilden die Straße Waldkorso und das Rennegestell die Grenze zwischen den Ortsteilen Basdorf und Schönwalde. Das alte Dorf an der Kirche liegt inmitten von Wiesen und landwirtschaftlichen
Flächen. Die Siedlungsgeschichte brachte es mit sich, dass neue Siedlungen nach Süden in den Wald der Bernauer Heide hineingebaut wurden. So sind die neueren Ortsteile alle vom Wald
umschlossen. Auf dem Ortsteilgebiet von Basdorf befinden sich keine Seen. Die einzigen Wasserflächen sind Gräben, die die Wiesen um den historischen Ortskern netzartig durchziehen und ins
nordöstlich von Basdorf entspringende Tegeler Fließ entwässern. Dieses fließt südlich des alten Dorfes in südwestliche Richtung und verlässt bei Dammsmühle Basdorfer Gebiet. Der Name
Basdorf entstand aus Bartoldisdorp, das 1302 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Zunächst lag das Dorf in der Gerichtsbarkeit des Schlosses Biesenthal, 1475 ging es durch Kauf an das
Kloster Lehnin, wo es bis 1542 verblieb. Durch die Reformation kam Basdorf an das Amt Mühlenbeck. Im Erbregister sind zu der Zeit 13 Kossäten und 8 Hüfner eingetragen. Der historische
Anger um die Dorfkirche prägte den Ort als typisches Angerdorf. Das heutige Kirchengebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist das zweite an dieser Stelle. Das Bauwerk ist eine
Saalkirche mit Netzgewölben, geschnitzter Kanzel und einer Sakramentsnische. Der Holzturm wurde im 18. Jahrhundert aufgesetzt. Vor der Kirche befindet sich ein Denkmal für die im Ersten
Weltkrieg Gefallenen des Ortes mit der Inschrift DIESER STEIN SEI ZEUGE VON EURER VÄTER NOT – 19 VON DEN UNSRIGEN SANKEN IN DEN TOD. Mit Auflösung der Bezirke der DDR und Neugründung des
Landes Brandenburg am 3. Oktober 1990 war Basdorf eine selbstständige Gemeinde im Kreis Bernau. Die Verwaltungsaufgaben wurden ab dem 1. Juli 1992 durch das Amt Wandlitz innerhalb des
Landkreises Barnim wahrgenommen. Mit der Umwandlung des Amtes zur Gemeinde Wandlitz durch Landesgesetz zum 26. Oktober 2003 verlor der Ort Basdorf seine Selbstständigkeit. Die ehemalige
Gemeinde ist seitdem Ortsteil der Großgemeinde Wandlitz. Eine Verfassungsbeschwerde aller amtsangehörigen Gemeinden gegen die kommunale Neugliederung vor dem Verfassungsgericht des Landes
Brandenburg wurde am 16. Juni 2005 zurückgewiesen. Ein Wohngebiet in Basdorf ist die Waldsiedlung, auch Milch-Siedlung genannt. Dieser Name geht auf den Initiator der Siedlung, den
Generalfeldmarschall der Luftwaffe Erhard Milch, zurück. Dort stehen Doppelhäuser aus Holz, die zur Brandenburgische Motorenwerke GmbH (Bramo - ab 1939 BMW-Flugmotorenwerke Brandenburg
GmbH) gehörten und zwischen 1930 und 1940 errichtet wurden. In den Bramo-Werken wurden für die Luftwaffe Flugzeugmotoren und die Strahlturbine BMW 003 gebaut. Dort brachte der später
berühmte französische Dichter und Chansonnier Georges Brassens als 21-Jähriger ab März 1943 ein Jahr lang als Zwangsarbeiter im Rahmen des Service du travail obligatoire (STO) zu. Am
südlichen Eingang von Basdorf liegt ein Kasernengelände aus der Zeit des Nationalsozialismus (Baracken). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen für die Kasernierte Volkspolizei
genutzt, aus der später die Bereitschaftspolizei der DDR hervorgegangen ist. In den 1960er Jahren wurden die Kasernenanlagen durch Neubauten in Großplattenbauweise erweitert, um eine
größere Anzahl von Volkspolizisten unterbringen zu können. Dies zog umfangreiche Infrastruktur-Veränderungen nach sich (Straßenbau, Polytechnische Oberschule, neue Wohngebiete wie der
Heinrich-Heine-Ring). Nach der Auflösung der Volkspolizei der DDR diente das Gelände bis September 2006 der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, die anschließend nach
Oranienburg umgezog. – Am bewachten Eingang standen noch im Sommer 2007 Schilder mit den Angaben Landeskriminalamt Brandenburg und Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg.
Inzwischen hat der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen mit der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung einen Vertrag über planerische Leistungen abgeschlossen.
Bis zu einer endgültigen Nutzungsänderung – es wird vor allem der Bereich Wohnen favorisiert – sind einige Lager- und Garagenräume an örtliche Handwerker befristet vermietet. In den
vergangenen Jahren wurden Bebauungspläne für verschiedene Siedlungsbereiche wie Rosenstraße oder In den Gründen verabschiedet, mit der Erschließung wurde ab 2009 begonnen. Der frühere
selbstständige Ort hat am 3. Oktober 1990 eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Vöhl im Kreis Waldeck-Frankenberg geschlossen. Ein Grund für diesen Kontrakt ist der Umstand, dass ein
Ortsteil der Gemeinde Vöhl ebenfalls Basdorf heißt. Über Jahre hinweg gab es gute Kontakte zwischen den Bürgern und Vereinen beider Gemeinden. Durch die neue Zugehörigkeit zu Wandlitz
sind die einzelnen Ortsteile nun in dessen Verträge mit aufgenommen worden. So werden die Basdorfer Einwohner an der Zusammenarbeit mit Trzebiatów in Polen, La Ferrière in Frankreich und
Gladbeck in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Im April 2013 wurde zwischen dem Ortsteil Basdorf und der französischen Gemeinde Ballainvilliers ein Partnerschaftsvertrag beschlossen. Für alle
Städte- bzw. Gemeindepartnerschaften hat sich in der Gemeindeverwaltung ein Komitee für Städtepartnerschaften gegründet. Durch Basdorf führt die heutige Bundesstraße 109, die im 19.
Jahrhundert als Postkutschenverbindung nach Prenzlau angelegt wurde. Basdorf ist eine Station der Regionalbahn 27 (Heidekrautbahn), die zwischen Berlin-Karow (Anschluss an die S-Bahn
Berlin) und Groß Schönebeck (südlicher Zipfel der Schorfheide) bzw. Wensickendorf verkehrt. 1924 errichtete die Eisenbahngesellschaft in Basdorf eine Betriebswerkstatt, 1935 kam eine
Triebwagenhalle hinzu. In Basdorf wurde bis zur Abschaffung des Dampfbetriebes auf dieser Bahnlinie (etwa Mitte der 1960er Jahre) Kohle nachgefüllt und Wasser nachgetankt, außerdem war
der Ort Verladebahnhof für Gütertransporte. Das weitläufige Betriebsgelände mit den Werkstätten und Lokschuppen kündet noch heute von den alten Bahnzeiten und wird vom
Heidekrautbahnmuseum genutzt. Mitte der 1960er Jahre wurde bei Streckenkilometer 1,8 des von Basdorf nach Groß Schönebeck führenden Streckenastes der Heidekrautbahn ein Bahnsteig
errichtet. Dieser diente als Aus- und Zustiegsmöglichkeit für Walter Ulbricht zu der von hier gut erreichbaren DDR-Politprominenz-Siedlung. Der Zug wurde im Bahnhof Basdorf bereitgestellt
und zum Ein- und Aussteigen an den Bahnsteig geschoben. Die gesamten Bahnanlagen gehörten zwischen 1950 und 1990 der Deutschen Reichsbahn. 1998 ging das Streckennetz der Heidekrautbahn
wieder in den Besitz der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) über, die ihren Sitz in Basdorf hat. Im Dezember 2005 wurde der Fahrbetrieb durch die NEB Betriebsgesellschaft mbH, einer
Tochtergesellschaft der NEB, übernommen. Bis etwa 1991 gab es im Ort das Kino Hubertus, das danach nicht mehr benutzt wurde, jedoch unter Denkmalschutz steht. Basdorf besitzt eine
Tankstelle. Es praktizieren Allgemeinmediziner, Zahnärzte, Rechtsanwälte, es gibt Handel für Blumen und Gewächse, die Freiwillige Feuerwehr Basdorf, eine öffentliche Bibliothek, diverse
Supermärkte, eine Apotheke, eine Sporthalle mit Sportplatz, ein Hotel, Ferienwohnungen bzw. Pensionen, ein Altenpflegeheim, eine Postagentur und eine Bowling-Anlage. Dort, wo sich die
meisten Handelsagenturen niedergelassen haben, entstand ein modernes Ortszentrum, das den Namen Marktplatz Basdorf erhielt. Am Rande von Basdorf wurde ein neues Gewerbegebiet Am Sandweg
angesiedelt mit Autohäusern, Werkstätten, Handwerksbetrieben, einem Recyclinghof und weiteren Gewerken. In Basdorf besteht eine Oberschule mit angeschlossener Grundschule. Die 29 Lehrer
der Schule führten im Jahr 2008 nach Angaben des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport 35,4 Prozent der Schüler zur Fachoberschulreife (Landesdurchschnitt: 32,2 Prozent) und 10,4
Prozent zur Berechtigung des Besuchs der gymnasialen Oberstufe. In den Prüfungen der zehnten Klassen wurde ein Notendurchschnitt (Notenskala 1 bis 6) im Fach Deutsch von 3,6
(Landesdurchschnitt: 3,1) und Mathematik von 4,0 (Landesdurchschnitt: 3,6) erreicht. In der Brandenburgischen Denkmalliste sind vier Basdorfer Gebäude beziehungsweise Anlagen als
Baudenkmal enthalten. Das Bekannteste davon ist die evangelische Dorfkirche aus dem Mittelalter. Das Gebäude des früheren Hubertus-Kinos gehört auch dazu, der Schriftzug ist entfernt
worden und es wird nur teilweise genutzt. Das Kirchengebäude musste im Jahr 2010 kurzfristig eingerüstet werden. Baufachleute hatten bei einer Besichtigung festgestellt, dass Teile der
Traghölzer im Turminneren von den Larven des Hausbocks zerfressen worden waren. So kam es kurzfristig zu Sanierungsarbeiten am Turm, der mittels eines Spezialkrans abgehoben wurde.
Zimmerer und Maurer erneuerten die Traghölzer; bereits im Herbst waren die Arbeiten beendet. Fast zeitgleich wurden solche Reparaturen an der Dorfkirche im Ortsteil Wandlitz durchgeführt.
Eine touristische Attraktion ist der jährliche Jahrmarkt mit dem größten Osterfeuer in Brandenburg, das zusammen mit einem abschließenden Feuerwerk großen Zulauf auch aus dem nahen Berlin
hat (teils bis zu 10.000 Zuschauer). Seit 2004 findet jährlich Mitte September das Brassens-Festival statt. Es bringt Künstler aus Frankreich und Deutschland zusammen, um die Chansons von
Georges Brassens aber auch seiner Zeitgenossen und Freunde einer deutschen Zuhörerschaft bekannter zu machen. Dazu zählen Jacques Brel, Charles Trenet, Barbara, Charles Aznavour, Edith
Piaf, Gilbert Bécaud u.a.m. Organisiert wird dieses Festival vom Verein Brassens in Basdorf e.V., „Les amis des amis de Brassens“, der am 10. März 2003 gegründet wurde. Georges Brassens,
eine Chanson-Legende, wird auch heute noch in Frankreich von der Jugend verehrt. Er war als Zwangsarbeiter in Basdorf tätig, bis er von einem Heimat-Urlaub nicht zurückkehrte und in Paris
untertauchte. Seine ersten Chansons schrieb er in Basdorf. Seine damaligen, noch lebenden Freunde, besuchen oder wirken mit an diesem Brassens-Festival. Das Festival findet in der
Brassens-Bibliothek, im Bahnmuseum und in verschiedenen Kulturstätten in Berlin in französischer und deutscher Sprache statt. Am 21. Juni 2008 startete im Ortsteil Basdorf das Wandlitz
Open als weiteres Sport- und Spielangebot in der Gemeinde, das seitdem jährlich ausgerichtet wird und alle Ortsteile der Großgemeinde Wandlitz einbezieht. Die Veranstaltung orientiert
sich an den zuvor erfolgreich durchgeführten Sportvergleichen Offenes Basdorfer Sportfest. An der Premierenveranstaltung beteiligten sich bereits Jugendliche aus Basdorf, Wandlitz,
Schönwalde, Klosterfelde und Eberswalde. Die Auftritte bzw. Wettbewerbe boten eine große Vielfalt: Musik und Tanz, Leichtathletik, Volleyball, Vorführungen der Freiwilligen Feuerwehr,
Mädchenfußball und noch vieles andere. Auf dem neuen Marktplatz von Basdorf organisierten die anliegenden Gewerbetreibenden im Jahr 2005 unter dem Namen Wappenfest ein buntes Spiel- und
Rummelprogramm für Gäste und Einwohner. Im September 2008 fand das zweite Wappenfest statt. Der Ortsbeirat Basdorf, die Werbegemeinschaft Basdorf, zahlreiche Kultur- und Sportvereine
sowie Musikgruppen boten ein buntes abwechslungsreiches Programm für die Besucher. In der Vergangenheit fanden eher sporadisch Weihnachtsmärkte in Basdorf statt. Im Jahr 2008 organisierte
die Werbegemeinschaft Basdorf e.V. in der neuen Ortsmitte, wie der neue Marktplatz inzwischen bezeichnet wird, am ersten Adventwochenende einen Weihnachtsmarkt, der gut angenommen wurde.
Er sollte zu einer Tradition werden. Im Bahnbetriebswerk der Eisenbahn gibt es das vom Verein Berliner Eisenbahnfreunde e.V. eingerichtete und betriebene Heidekrautbahn-Museum Basdorf.
Dieser Text basiert auf dem freien Enzyklopädie Wikipedia-Artikel über diesen Ort. Basdorf