Fürstenwalde/Spree (niedersorbisch Pśibor pśi Sprjewje (bis 2000 Fürstenwalde (Spree))
... ist die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Sie ist ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum. Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet und
war ein wichtiger Umschlagplatz zwischen Berlin und Polen. Sie ist eine der drei brandenburgischen Domstädte. Diesem Umstand wird mit dem offiziellen Namenszusatz Domstadt Rechnung
getragen. Fürstenwalde liegt etwa 60 Kilometer ostsüdöstlich Berlins und zirka 30 Kilometer westlich der Stadt Frankfurt (Oder). Zur Stadt Müncheberg im Norden sind es knapp 20 Kilometer,
zur Kreisstadt Beeskow im Südsüdosten etwa 25 Kilometer. Durch das Stadtgebiet führen jeweils in Ost-West-Richtung die Bahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder), die (Fürstenwalder) Spree, als
Teil der Spree-Oder-Wasserstraße sowie die Bundesautobahn 12. Geologie: Fürstenwalde liegt innerhalb des Berliner Urstromtales, welches in diesem Abschnitt von der Spree durchflossen
wird. Typisch für eine Stadtgründung in einem Urstromtal entstand Fürstenwalde an einer Engstelle des Tales, an der es im Mittelalter vergleichsweise bequem zu durchqueren war. Südlich
der Stadt erheben sich recht markant die Rauener Berge; nördlich schließt sich die Grundmoränenfläche des Landes Lebus an. Nachbargemeinden: Fürstenwalde grenzt an folgende Gemeinden (im
Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Die Ortsteile Jänickendorf, Beerfelde, Buchholz und Neuendorf im Sande der Gemeinde Steinhöfel, Berkenbrück, Langewahl, der Bad Saarower Ortsteil
Petersdorf, Rauen, die Ortsteile Markgrafpieske und Braunsdorf der Gemeinde Spreenhagen sowie der Grünheider Ortsteil Hangelsberg. Stadtgliederung: Die Stadt Fürstenwalde gliedert sich in
die drei Stadtteile Mitte, Nord und Süd. Dabei stellen die Eisenbahntrasse Berlin-Frankfurt (Oder) die Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Nord und die Spree die Grenze zwischen den
Stadtteilen Mitte und Süd dar. Des Weiteren gehört der Ortsteil Trebus, etwa fünf Kilometer nördlich des Zentrums, zur Stadt. Weitere außerhalb der Kernstadt liegende Ortsteile ohne
eigenständigen Status sind Molkenberg im Norden, Buschgarten im Osten sowie Rauensche Ziegelei (Fürstenwalde Südwest), Heideland (Ausbau West) und Große Tränke westlich der Stadt. Die
Deutung des Namens Fürstenwalde ist umstritten: Zum einen wird der Name als Kennzeichnung einer fürstlichen Gründung verstanden, ein anderer Ansatz ist die Herleitung über die Lage der
Stadt an einer Furt im Walde. In den ersten Jahren der DDR, 1950/51, wurde im Rahmen der Beseitigung „feudalistischer“ Traditionen eine Umbenennung der Stadt in Spreestadt oder Spreewalde
diskutiert, die aber vom Innenministerium der DDR nicht genehmigt wurde. In einer Reihe von Verwaltungsreformen in der frühen DDR wurde der Gemeindezuschnitt geändert. Nach Fürstenwalde
eingemeindet wurden die Rauensche Ziegelei als Fürstenwalde-Südwest und Ketschendorf. Aus Ketschendorf und der Fürstenwalder Spreevorstadt und Westend wurde der Stadtteil Süd. Der
Ortsteil Fürstenwalde-West wurde wiederum nach Hangelsberg eingemeindet. Fürstenwalde wurde Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. In den 1950er und 1960er Jahren wurden viele Gebäude
wiederhergestellt und neue Wohngebiete entstanden. Fürstenwalde entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort der Region mit dem Pneumant-Reifenwerk und dem VEB Chemie- und
Tankanlagenbau „Ottomar Geschke“ als den wichtigsten Betrieben. Durch eine Kreisgebietsreform gehört Fürstenwalde seit 1993 zum Landkreis Oder-Spree. Fürstenwalde ist die größte Stadt im
Landkreis und ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum. Seit 1998 beteiligt sich Fürstenwalde an der Erarbeitung eines Programms zur nachhaltigen Stadtentwicklung und engagiert
sich im Netzwerk Lokale Agenda 21. In der Gemeindegebietsreform von 2003 wurden keine Orte nach Fürstenwalde eingemeindet. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der
Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Industrie: Fürstenwalde ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen des Landes Brandenburg. Das produzierende Gewerbe umfasst die
vier Kompetenzfelder Automotive (u. a. Reifenwerk von Goodyear, ehemals Pneumant), Energiewirtschaft und -technologie (u. a. E.DIS AG, PVflex Solar GmbH), Kunststoffe/Chemie (u. a.
Lacufa, Baser Kunststoffe GmbH, SEDO Chemicals Neoprene GmbH) und Metallerzeugung/-be- und -verarbeitung/Mechatronik (u. a. Chemie- und Tankanlagenbau Reuther GmbH, Duktil Guss GmbH, RST
Gesellschaft für Wasserspartechnik mbH). Das Unternehmen NCC Deutschland, Tochter eines skandinavischen Bau- und Immobilienkonzerns, hat seinen Sitz in Fürstenwalde. Solarkraftwerk auf
dem ehemaligen Flugplatzgelände. Der Bahnhof Fürstenwalde liegt an der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) mit Halt von Regionalexpresszügen der Linie RE 1, der Haltepunkt Fürstenwalde Süd an
der von der Ostdeutschen Eisenbahn betriebenen Strecke Fürstenwalde–Bad Saarow Klinikum (RB 35). Die Stadt liegt an der Autobahn A 12 und hat zwei Anschlussstellen (West und Ost). Als
dritte inoffizielle Anschlussstelle gilt die Abfahrt Freienbrink am Berliner Ring (A 10). Im Norden befand sich der Verkehrslandeplatz Fürstenwalde (EDAL). Dieser wurde 2011 zugunsten
eines großflächigen Solarkraftwerkfeldes aufgegeben. Im Norden und Osten der Stadt befindet sich eine Umgehungsstraße. Sie verbindet alle drei Stadtteile und führt weiter zur A
12-Anschlussstelle Ost sowie zur Kreisstadt Beeskow. Bisher fehlt eine Verlängerung im Westen der Stadt. Ein großer Teil gehört zur Bundesstraße 168 von Eberswalde nach Cottbus. Die Stadt
hat zwei verkehrliche Engpässe: zum einen die Spreebrücke, die die Stadtteile Mitte und Süd verbindet; zum anderen die Brücke über die Bahngleise. Insgesamt wurde der Straßenzustand im
Jahr 2007 noch als überwiegend schlecht bewertet. Den innerstädtischen Nahverkehr betreibt der Busverkehr Oder-Spree mit derzeit vier Linien. Dabei gelten die Tarife des Verkehrsverbunds
Berlin-Brandenburg (VBB). Die Linie 1 (im VBB 411) fährt vom Einkaufszentrum Nord über den Bahnhof, die Innenstadt, die Spreebrücke und den Bahnhof Süd zum Platz der Solidarität. Die
Linie 2 (im VBB 412) verbindet den Bahnhof mit dem Gewerbegebiet Ost. Die Linie 3 (im VBB 413) verstärkt die Linie 1 zwischen dem Bahnhof und dem Platz der Solidarität. Die Linie 4 (im
VBB 414) schließlich verkehrt vom Bahnhof zum Einkaufszentrum Nord. Die Fahrzeiten der Busse sind vor allem auf die RegionalExpresse von und nach Berlin abgestimmt.
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